Archiv zur Hauptseite der Mobilitätswende-JETZT - Fakten und Argumente
Inhalt
Feinstaubwerte zum Jahreswechsel
Land spart bei Radwegprojekten
Stadttunnel Feldkirch - UVP Bescheid
Aktive Mobilität als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr
KEX - Treibstoffpreise - Mehrwertsteuerrückvergütung
Feinstaubwerte zum Jahreswechsel
Feinstaub verursacht Gesundheitsschäden, und der Verkehr liefert einen beträchtlichen Anteil zu den Feinstaubemissionen. Auf dieser Seite wird immer wieder betont, unser Problem ist der unnötige Überfluss, bei der Benützung privater Auto, beim Kauf von unnötigen Waren, beim Wochenendflug in den Kurzurlaub, beim Schifahren auf Kunstschneebändern in der ausgetrockneten Landschaft. Ich bin kürzlich den Muttersberg hochgewandert. Ein einziges Zündholz hätte nach der langen Trockenheit genügt, den Hang in Brand zu setzen. Trotzdem wird man wieder unnötig, hauptsächlich unerlaubt Unmengen von Feuerwerkskörpern in die Luft jagen. Der Umsatz dafür ist in Österreich ca. 10 Millionen Euro, in Deutschland ca. 200 Millionen Euro. Wichtig, dass in den Neujahrsbotschaften der führenden Politiker nicht fehlen darf, dass wir unseren Wohlstand erhalten müssen. Das wurde im vergangenen Jahr ja oft als Argument für die nachlassenden Bemühungen, vereinbarte Klimaschutzziele auch einzuhalten, verwendet.

Datenquellen: Webseite Land Vorarlberg, statista.com
verkehrswende.at hat übrigens in allen Bundesländern einen Antrag gemäß § 9a des IG-L (Immissionsschutzgesetz-Luft)auf Überarbeitung des IG-L-Programms/Maßnahmenkatalogs gestellt: Antrag an Vorarlberger Landesregierung
Aktuelles zur S18
Bericht Regionalforum
Im Juni 2025 wurde in Lustenau in einem Regionalforum von der ASFINAG der aktuelle Stand der Planungen der S18 vorgestellt. Unsere Lustenauer Teilnehmer haben uns berichtet:
Die Neuprüfung sei abgeschlossen und die Trassenführung als CP Variante mit folgenden Änderungen gegenüber der bisher geplanten S18 Trassenführung wird als Vorprojekt eingereicht:
Die Gegenargumente (sehr geringe Neuversiegelung und Trennwirkung, ein Achtel Flächenverbrauch, nur ca. 30% Errichtungs- und 20% Betriebskosten gegenüber S18CP) oder Details aus dem Evaluierungsbericht wurden nicht thematisiert.
Weitere Informationen
Weitere Informationen:
Evaluierungsbericht vom 31.12.2022 In dem Dokument findet man die verschiedenen Varianten.
Agglomeration Rheintal - Maßnahmenband
Material der Grünen zu einer Pressekonferenz
Alternativen bzw. Fehler der Vergangenheit:
- Unnötige Autofahrten vermeiden. Es geht mittlerweile um Verzicht. Das würde den Verkehr halbieren.
- Treibstoffpreise an die Preise in der Schweiz anpassen.
- Mehrwertsteuerrückvergütung abschaffen.
- Keinen zusätzlichen Verkehr mit noch größeren Einkaufszentren erzeugen.
- Die Verkehrsprognosen und die Kosten-Nutzen Berechnungen stimmen nicht mehr.
- Straßenbahnlinie vom Bahnhof Lustenau bis zum Bahnhof Dornbirn.
- Zweigleisige Bahnstrecken von Feldkirch nach Buchs und von Lindau bis St. Margarethen.
LULUCF - Was ist das?
LULUCF steht für Land Use, Land-Use Change and Forestry (Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft). Manchmal steht bei Emissions-berichten/-zahlen "ohne LULUCF" dabei.
Bei der angestrebten Klimaneutralität spielen die THG Senken - also jene Elemente, die THG aufnehmen und speichern - eine große Rolle. Denn diese Menge können wir am Ende noch emittieren um dieses Netto-Null Ziel zu erreichen. Weltweit sind es vor allem die Ozeane, die großen Regenwälder und Moore, die THG aufnehmen und speichern können. Bei uns sind es die Wälder, die Moore und Feuchtgebiete, naturbelassene Flächen und auch landwirtschaftliche Flächen, wenn sie richtig bewirtschaftet werden. Zuletzt haben auch in Österreich mehrere Zeitungen berichtet, dass Österreichs Wälder von CO2 Senken zu Quellen werden. Das ist eine dramatische Entwicklung, die nicht zwar nicht endgültig irreversibel sein muss, man könnte trotzdem von einem regionalen Kipppunkt sprechen, den wir damit erreicht haben.
Erste Berichte darüber haben wir aus Deutschland dazu gehört und gelesen:
Umweltbundesamt Deutschland. Hier kann man auch nachlesen, wie man die Änderungen in der Landnutzung ermittelt. Denn diese Fakten sind ja kaum zu glauben.
Berichte aus Österreich:
Und die Arbeit des Umweltbundedsamtes, auf welchen die Zeitungsberichte beruhen: Umweltbundesamt

Anmerkung: Harvested Wood Products (HWPs), settlements, wetlands, grassland, cropland, forstland = Papier, Holzwerkstoffe und Schnittholz, Siedlungen, Feuchtgebiete, Grünland, Ackerland, Wald
Auch deshalb ist es keine gute Idee, durch eine Riedlandschaft eine neue Schnellstraße mit > 8 km Länge und einer Fahrbahnbreite von 30 m zu bauen. Um das unter die Erde zu legen muss man > 1 Million m³ Boden umbaggern und großteils wegtransportieren. Vermutlich ist es zulässig und richtig, das als Torfabbau zu betrachten. Dann setzt allein dieser Abbau laut einer Studie der UNI Innsbruck 200.000 t CO2eq frei. Das sind ca. 10% der Jahresemissionen Vorarlbergs und die machen die Reduktion der THG-Emissionen der letzten 3-4 Jahren gerade wieder zunichte (wenn sie denn in einer Bilanz auftauchen).
Land spart bei Radwegprojekten
Am Ende der letzten Regierungsperiode mit Schwarz - Grün waren einige Radwegprojekte, auch grenzübergreifend auf Schiene, d.h. die Planung abgeschlossen und die Finanzierung durch Bund, Land, Gemeinden und auch durch der Schweiz vereinbart. Die neue ÖVP-FPÖ Regierung setzt jetzt da den Sparstift an. Dazu haben die Grünen eine Anfrage an Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christof Bitschi gestellt. Die Anfrage und deren Beantwortung kann man in diesem Dokument nachlesen. Ein Ausschnitt von Frage und Antwort zur Radschnellverbindung (Rankweil) - Röthis - Klaus Bahnhof - Götzis:
Frage 4: Wie schaut der aktualisierte, konkrete Zeitplan für die mit dem Bund vereinbarten Großprojekte im Radverkehr aus? Gibt es hier zum ursprünglich geplanten Ablauf Abweichungen? Ist die Budgetierung gesichert? Kann eine Verzögerung auch Auswirkungen auf die bereits zugesagte Förderung des Bundes haben? Wenn ja, welche? Bitte jeweils um Auskunft pro Projekt:
a) ...
b) Radschnellverbindung Rankweil–Götzis/Koblach–Klaus (RGKK) bzw. Radschnellverbindung Vorderland / Am Kumma.
Antwort: Auf Grund des angestrebten budgetären Konsolidierungspfades ist es erforderlich, bei Projekten in dieser Größenordnung eine Prioritätenreihung der Abschnitte vorzusehen. Die diesbezüglichen Abstimmungen sind noch im Gange. Die Auswirkungen auf den Vertrag mit dem Bund müssen auf Grundlage der neuen Gegebenheiten abgeklärt werden.
Alles klar? Ja, das ist ein teures Projekt, mit neuen Brücken und einem Tunnel durch den Sattelberg, Kosten 35 Mio. Euro, davon sind vom Bund 10,17 Mio. zugesagt, die Gemeinden beteiligen sich mit 2,2 Mio., die seit 2023 in 8 jährlichen Raten bereits an das Land einbezahlt werden. Die Unterführung beim Bahnhof Klaus ist im Zuge des Bahnhofneubaus bereits gebaut worden.

Bild: Aus einer Präsentation des Projektes im Jahre 2021 für die beteiligten Gemeinden durch Landesbeamte und LR Johannes Rauch.
Das wäre ein Projekt, das der Mobilitätswende dient, während die 600 Millionen für den Stadttunnel (die Grünen nennen in der Anfrage noch immer vorsichtig 400 Mio.) den Weg der autozentrierten Verkehrspolitik wiederbelebt und damit wieder noch mehr Verkehr generiert. Aber ja, in einem Pressetermin unter dem Titel „Entschlossen investieren in wichtige Infrastrukturprojekte - Über 190 Millionen Euro für Straßen- und Hochbauprogramme des Landes Vorarlberg im Jahr 2025" gab die Landesregierung ihre Prioritäten in der Verkehrspolitik bekannt: Autos first!
Stadttunnel Feldkirch - UVP Bescheid
Wir meinen, der Bau wird nicht nach den Auflagen im UVP Bescheid abgewickelt. Dazu zwei Beispiele.
Richtig ist
- dass gebaut wird, obwohl noch die Zustimmung von betroffenen Grundbesitzern fehlt. Seite 1-2 des UmweltVerträglichkeitsPrüfung-Bescheides: "Die Genehmigung erfolgt unter Vorbehalt des Erwerbs der für das Vorhaben notwendigen dinglichen Rechte."
- dass hier Projektbetreiber und UVP Behörde das Land ist.
- dass im UVP Bescheid z.B. auf Seite 121 festgehalten ist: Der Abtransport des Ausbruchmaterials für den Fluchtstollen Felsenau, den Haupttunnel Felsenau, den Kreisverkehr, den Haupttunnel Altstadt und den Haupttunnel Tisis erfolgen über eine Verladeanlage beim Portal Felsenau. Diese Anlage besteht aus Brecher, Hebeanlage, Förderband und Anschlussbahn. ...
- dass im UVP Bescheid auf Seite 118 zu lesen ist:

Das hätte also der erste Schritt sein müssen. Bisher wurde noch keine Tonne Ausbruchmaterial mit der Bahn abtransportiert.
Nachtrag im Okt. 2025: Nach fehlgeschlagenen Umplanungen, das Material mit E-LKW's (das ist dann das grüne Mascherl) abzutransportieren wird jetzt diese Verladeanlage und der Gleisanschluß doch gebaut.
Man könnte also meinen, so ein UVP-Bescheid ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wird.
Die Landesregierung ignoriert aber auch fehlende dingliche Rechte. An der Oberfläche betroffene Eigentümer von Grundstücken, aber auch solche unter denen (egal in welcher Tiefe) die Tunnelröhren verlaufen, müssen dem Projekt zustimmen. Dazu laufen noch immer Verfahren. Die Landesregierung kalmiert immer wieder, argumentiert mit mehreren Bauabschnitten, und sagt es sei eh alles in Ordnung. Dass dem nicht so ist, zeigt ein anonymisierter Briefwechsel vom Mai 2024, der dem kurzeitigen Baustopp zugeordnet werden kann, zwischen der UVP Behörde, Rechtsanwälten und der BH. PDF Dokument Grundeigentümer sagen uns, dass ihre Zustimmung noch fehlt oder ein Verfahren noch gar nicht eingeleitet oder abgeschlossen ist. Leider ist es so, dass hier das Land Bauwerber und auch Herr über die UVP Behörde ist. Politisch verantwortlich für beide Abteilungen ist LR Tittler.
Kosten Stadttunnel Feldkirch
Das Land Vorarlberg hat Ende 2024 die Vergabe des Hauptastes mit Kosten von 214 Mill. Euro bekannt gegegeben. Eine grobe Rechnung ergibt, dass damit zusammen mit den bisherigen Kosten die bis zuletzt angegebenen Gesamtkosten von ca. 300 Mill. Euro fast erreicht sind. Ebenfalls beschlossen hat die ÖVP-FPÖ Regierung, das Projekt zur Gänze auszuführen. Eine grobe Schätzung: Der Hauptast macht ca. 50% des Projekts aus. Ergibt in Summe dann ca. 600 Millionen Euro. Interessant, das jetzt die bisher leicht zu findende Angabe der Gesamtkosten (eben die schon lange nicht mehr glaubwürdigen 300 Mill.) auf der Webseite zum Stadttunnel nicht mehr oder zumindest nicht mehr leicht zu finden ist. Also sagt uns wenigstens die Wahrheit. Vorarlberg liegt bei den Schulden von Land und Gemeinden im österreichischen Mittelfeld. Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern liegt die Hauptlast der Schulden aber bei den Gemeinden. Hier ist Vorarlberg Spitzenreiter. (Quelle) Diese Verteilung auf Land und Gemeinden läßt sich natürlich über die Transferzahlungen steuern. Es wäre nicht Österreich, wenn die Finanzierung der Länder, Gemeinden, des Gesundheitswesens etc. nicht besonders kompliziert wäre. Zwischen Gemeinden und Land wir Geld in beide Richtungen überwiesen. Bundesmittel für die Gemeinden müssen die Schleuse des Landes passieren. Auch damit kann man den Schuldenstand des Landes steuern. Siehe auch hier: vorarlberg.orf.at -> Landesdefizit 2024: 243 Millionen Euro.
Ein ähnliches Projekt wie den Stadttunnel gibt es in Zug (Schweiz). Auch dort war ursprünglich ein unterirdischer Kreisel mit 4 Ästen geplant. Dafür wurden schon 2015 mit 900 Millionen Franken kalkuliert. Auch die Variante mit nur einem einfachen 2 km langen Tunnel (Kosten 750 Mill. Franken) wurde kürzlich in einer Abstimmung im März 2024 von der Bevölkerung abgelehnt.
SRF: Es ist nicht das erste Mal, dass in der Stadt Zug ein Tunnelprojekt auf dem Tisch liegt: Drei Anläufe gab es bereits – den letzten im Jahre 2015. Auch das Projekt scheiterte an der Urne klar: 63 Prozent der Stimmenden legten ein Nein ein. Geplant war ein unterirdischer Kreisel mit vier Tunnelverbindungen in verschiedene Richtungen. Kostenpunkt damals: Fast 900 Millionen Franken.
Das neueste Bauprojekt ist ein rund zwei Kilometer langer «einfacher Tunnel», der mit rund 750 Millionen Franken zu Buche schlägt. Die Befürworterinnen und Befürworter sind trotz der hohen Kosten zuversichtlich.
Energie- und THG- Monitorbericht 2024 mit den Daten des Jahres 2022
Den früheren Artikel an dieser Stelle gibt es noch in einer PDF_Version
Aktive Mobilität als Zubringer zum Öffentlichen Verkehr
Am 16. Mai war K. Zeiner Teilnehmer einer Online-Veranstaltung des VCÖ. Die Vorträge haben gezeigt, dass die Attraktivität eines ÖPNV Systems von vielen Faktoren abhängt. Dass es nicht genügt, das Angebot an Linien auszubauen, zeigt der bisher mäßige Erfolg des neuen Linien- und Fahrplankonzeptes im Oberen Rheintal. Zusätzlich sind attraktive Wege zu attraktiven Haltestellen ein wichtiger Faktor. Und wir müssen endlich als Push-Faktor eine konsequente Parkraumbewirtschaftung einführen.
Die Vorträge und Vortragsfolien sind hier frei zugänglich, der VCÖ schreibt den Teilnehmern:
Auf der VCÖ-Website stehen die Präsentationen sowie die Videomitschnitte der sechs Vorträge als Download zur Verfügung. Wenn auch Sie so wie wir die Vorträge und Diskussion sehr informativ und inspirierend empfunden haben, dann machen Sie bitte auch Ihr Umfeld darauf aufmerksam.
Mittlerweile gibt es auch ein FactSheet zum Thema
Planungs-Region Rheintal - Bodensee oder wie sich Fehler wiederholen
Keine Gespräche zu neuer S18-Variante
Österreich und die Schweiz haben bisher nicht über die Variante „Lustenau-Süd“ der S18 verhandelt. Diese war von Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) im Vorjahr als Alternative zur CP-Variante präsentiert worden. Man warte weiter auf Planungsergebnisse der ASFINAG, heißt es. Diese führt derzeit „vertiefende Untersuchungen“ durch.
Das ist am 19. Februar auf den Nachrichtenseiten von ORF Vorarlberg zu lesen.
Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal"
Dieses nicht gemeinsame Planen bzw. vielmehr die mangelnde Umsetzung hat Tradition. Bei unseren Recherchen stoßen wir z.B. auf folgende Schlagzeile aus dem Jahr 2000: Österreich steigt aus Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal" aus
Quelle : https://www.cipra.org/de/news/1308 (zuletzt abgerufen am 20.11.2025)
Aus dem Kündigungsschreiben: Es seien "keine wesentlichen Zusatzerkenntnisse für konkrete politische Entscheidungen" zu erwarten. Die Fragestellung der Studie sei "eindimensional auf Umweltgesichtspunkte" konzentriert.
Man hat sich also um die Jahrtausendwende intensiv mit umweltverträglichen Verkehrslösungen für das Rheintal beschäftigt. Ein Projekt war die Alpenrheinbahn, eine Anbindung der Schweiz / Liechtenstein an das europäische Hochleistungsbahnnetz. Teil dieser Planungen war eine Bahntrasse als Südumfahrung von Feldkirch. Das könnte, hätte man damals mit etwas Mut die richtigen Entscheidungen getroffen, heute alles fertig sein. Jetzt dauert eine Bahnfahrt für die ca. 250 km von Feldkirch nach Stuttgart noch immer zwischen 3:15 und 4 Stunden mit 2-3 Mal umsteigen. Zürich erreicht man immerhin mit der Bahn im besten Fall nach 1:36 Stunden.
Quellen dazu:
Studie nachhaltiger Verkehr im oberen Rheintal (Synthesbericht 2002)
BODAN-Rail (2001, eine von mehreren Quellen)
Dazu eine Zusammenfassung einer Studie von Paul Stopper: Schienengebundener öffentlicher Verkehr im Oberen Rheintal

Zusammenarbeit
Es gab und gibt aber auch eine Menge Beispiele von Zusammenarbeit. Hier einige Verweise auf Organisationen und Projekte in der Region Rheintal. Und derzeit tut sich in Sachen Langsamverkehr da tatsächlich etwas.
- Vision Rheintal - Ein Projekt der Landesregierung bis ins Jahr 2017
- Regionale Entwicklung und Zusammenarbeit - Das Nachfolgeprojekt
- CIPRA - Internationale Alpenschutzkomission, eine NGO, gegründet 1952
- Agglomeration Rheintal - Verein, Mitglieder sind der Kanton St.Gallen, das Land Vorarlberg sowie 12 St.Galler und 11 Vorarlberger Gemeinden.
- ARE - Schweizer Bundesamt für Raumentwicklung, nach Dokumenten zum Rheintahl kann man über diesen Link suchen: https://www.are.admin.ch/are/de/home/suche.html#Rheintal
- Kanton St. Gallen - Hier findet man unter Bauen -> Tiefbau ->
Veröffentlichungen -
Strategiepapiere eine Netzstrategie Raum DHAMK
(DipoldsauHohenemsAltachMäderKriessern)

Dabei geht es um eine Verbindungen der beiden Autobahnen A13 und A14 in der Höhe von Dipoldsau. Ein weiteres Straßenbauprojekt, über das man in Vorarlberg von offizieller Seite derzeit nichts hört.
Eine Abbildung aus dem Strategiepaper DHAMK:
Treibstoffpreise - Mehrwertsteuerrückvergütung
Das aktuelle Ziel Österreichs ist es, bis 2040 die THG Emissionen auf Netto Null zu reduzieren. Fast alle (Experten) sind sich einig, nur mit Technologie wird sich das nicht ausgehen. Laut dem aktuellen Energiebericht des Landes mit den Zahlen von 2021, 2022 und 2023 ist in Vorarlberg der Anteil des Verkehrs an den Emissionen (43% mit KEX) und am Energieverbrauch (20 - 22%) unverändert hoch.
Anmerkungen:
KEX .... Kraftstoffexporte
Die nationalen Treibhausgas-Emissionen müssen gemäß internationaler und europäischer Vereinbarungen auf
Basis der nationalen Kraftstoffverkäufe berechnet werden.
Laut dem aktuellen Energiebericht 2025 sind noch immer 42% (1.457 GWh Energie) der getankten Treibstoffe (3.449 GWh) Kraftstoffexporte, das ist Treibstoff, den ausländische Fahrzeuge in Vorarlberg tanken. Im PKW-Bereich nennt man das Tanktourismus. Das liegt natürlich an den Treibstoffpreisen. In Österreich ist Treibstoff im Vergleich zu den Nachbarländern zu billig. These: Hätten wir in Vorarlberg nicht zusätzlich zu den niedrigeren Preisen nicht auch noch den deutlich niedrigeren Treibstoffpreis als in der Schweiz und die Mehrwertsteuerrückvergütung, so würde sich der grenzüberschreitende Verkehr um 10 - 20% reduzieren. Das ist ca. der Effekt, der sich durch den Bau des Stadttunnels kurzfristig an der Bärenkreuzung ergibt. Statt hier was zu tun, will die ÖVP geführte Landesregierung um hunderte Millionen Euro den Stadttunnel und um 1,5 Milliarden die CP-Variante der S18. Österreich schaut da lieber auf die Einnahmen aus der Mineralölsteuer und das Geschäft der Einkaufszentren und riskiert mit dem Verfehlen der Ziele Strafzahlungen. Solche Überlegungen triggern natürlich viele Gegenargumente - nur - es herrscht Klimanotstand, jedes Zehntel Grad mehr kostet weltweit Millionen Menschen die Existenz bzw. im schlimmsten Fall das Leben. Und stellvertretend für viele meint Helga Kromp-Kolb meint: Jeder Beitrag zählt, wir sind Teil der Lösung!
Jahresrückblick 2023 - Temperatur
Die aktuelle rote Karte für unsere bisherigen Anstrengungen, der Temperaturerhöhung entgegenzuwirken:

Quelle: Jahresrückblick Geosphere Austria (ZAMG)
Österreich: 2023 war das wärmste Jahr in der bisherigen 256-jährigen Messgeschichte, gleichauf mit dem Jahr 2018.
Vorarlberg: Die mittlere Jahrestemperatur war in Feldkirch 11,6 °, das ist um 0,1° mehr als der bisherige Rekord mit 11,5° im Jahr 2018, in Bregenz war es mit 11,8° um 0,2° wärmer als der bisherige Rekord in den Jahren 2018 und 2022. Für Feldkirch gibt es Zahlen seit 1876. Der Mittelwert in den Jahren 1876 bis 1950 war 8,0°.

Daten: ZAMG, Histalp; Diagramm: Zeiner
Weltweit: 2023 das wärmste Jahr, vermutlich seit 100 000 Jahren! Mit 1.48°C über dem Schnitt der vorindustriellen Zeit kratzt dieser Rekord an der 1.5° Grenze. Es wird ernst und höchste Zeit für mehr Maßnahmen. Nochmals: Wir sind damit schon 2023 bei jenen Werten, die man für die Zeit ab 2070 in den Szenarien für Vorarlberg vermutet hat.
Briefe an die Bürgermeister*Innen und Landtagsabgeordneten
Gemeinsam mit weiteren Initiativen und Organisationen haben wir im Juli 2023 einen Brief an die Bürgermeister*Innen und die Landtagsabgeordneten verschickt. Die Themen: Umlegung der Kosten für die Tunnelspinne auf die Gemeinden, Forderung nach Kostenwahrheit und Transparenz, Hinweis auf ein ebenfalls sehr umstrittenes Projekt in der Schweizer Nachbarschaft Rapperswil-Jona. Einladung, sich unseren Argumenten zu stellen.
Auch fast 2 Wochen nach unserer Nachricht an die BürgermeisterInnen und die Landtagsabgeordneten hat nur ein Bürgermeister und nur ein Abgeordneter geantwortet.
Ein zweiter Brief an die Bürgermeister:innen und Gemeindevertreter:innen
hat etwas mehr Resonanz gefunden. Es scheint aber auch gängige Praxis zu sein solche Schreiben nicht an die Gemeindevertreter:innen weiter zu leiten oder in einer GV-Sitzung darüber zu berichten. Eine uns bekannte Ausnahme ist Meiningen.
Da fragt man sich, warum? Rund um das Mittelmeer brennt die Welt, Tausende müssen evakuiert werden. Kein Problem? Wir bauen weiter Straßen, erweitern Einkaufszentren am Stadtrand. Will die Politik wirklich einfach aussitzen, verdrängen, was auf uns zukommt? Einen Ansatz einer Antwort finde ich hier:
Akzeptanz und Schockstarre
Eine immer noch kleine, aber wachsende Gruppe von Menschen tut einen Schritt, den der Philosoph Thomas Metzinger als „sich intellektuell redlich machen“ bezeichnet, und sieht der Bedrohung ins Auge. Doch die Aussicht, von einem heißgelaufenen Spätkapitalismus der eigenen Lebensgrundlagen beraubt zu werden, geht selbstverständlich nicht spurlos an der Gemütsverfassung vorbei. Sie ist zunächst so überwältigend, dass sie in Schockstarre verfallen lässt. Im schlimmsten Fall sorgt sie für langanhaltende Ohnmachtsgefühle, für Fatalismus und Depressionen. Im besten Fall gelingt es, das Unbehagen in eine Triebfeder des Handelns zu verwandeln. In einem Tweet vom 11. Mai diesen Jahres schreibt Carla Hinrichs, die Pressesprecherin der Letzten Generation, wie sie vor Gericht dem Richter erzählt habe, „wovor ich Angst habe.“ Man erinnere sich auch an Greta Thunbergs bereits 2019 geäußerten Wunsch, dass die Entscheiderinnen und Entscheider dieser Welt „in Panik geraten“. Hinrichs und Thunberg sind mit ihrer Angst nicht allein: Eine 2021 veröffentlichte Studie zum Thema Klimaangst unter Jugendlichen und jungen Menschen kommt zu dem Ergebnis, dass 45% von ihnen durch ihre Angst im täglichen Leben beeinträchtigt sind.
Weiter lesen hier: https://www.philomag.de/artikel/klima-der-angst
Ich kenne mittlerweile einige Aktivist*innen aus den Bewegungen XREBELLION und LETZTE GENERATION. Das sind kluge, sehr sympatische Menschen. Menschen, die sich "intellektuell redlich machen", Menschen, die berechtigt Angst haben, weil sie die Bedrohung sehen. Zu viele unserer Politiker bezeichnen sie als Chaoten und oder Terroristen, weil sie selber es nicht schaffen, sich "intellektuell redlich zu machen". Das ist nicht gut für unsere Demokratie und für unsere Zukunft.