Medien - Archiv 2025
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Dezember 2025
► Straßenprojekt in Nürnberg - Neues vom Stadttunnel - Seilbahn in Paris
Hubert Feurstein hat auf ein Projekt in Nürnberg aufmerksam gemacht. Es erinnert an die Straßenbauprojekte in Vorarlberg. zurueck-auf-los.de
Lesenswert die Texte zu
- nicht enthaltene Kosten
- verkehr
- luftbelastung
- tunnel
- tunnel betriebstechnik
Das ist alles gut auf den Stadttunnel und die S18 übertragbar.
Die Ingenieurbüros schwärmen von ihren tollen neuen Methoden wie eben BIM (Building Information Modeling) und versprechen dank Digitalisierung den perfekten Planungs- und Bauablauf. Die Methode soll im Hochbau schon 2006 und im Tiefbau seit 2013 eingesetzt werden. Dann wundert man sich über den Verlauf von Projekten wie dem Bahnhof Stuttgart 21 (hätte 2019 fertig sein sollen, auch der Termin Dezember 2026 soll nicht halten), die Elbphilharmonie oder den Flughafen Berlin. Der Bund der Steuerzahler sieht die Probleme hauptsächlich bei der öffentlichen Hand als Bauherr: Explosion von Baukosten. In Vorarlberg hat der Achraintunnel drei mal so viel gekostet als geplant.
Update: Ende des Jahres gibt die Landesregierung einen neuen Bauablauf für den Stadttunnel bekannt. Siehe die zugehörige Presseaussendung. Wie lange plant man schon an dem Bauwerk? Wie lange hat man schon immer alles richtig gemacht? Was sollen wir uns dazu für Gedanken machen? Eine zukunftsfitte Mobilitätslösung wird das nie und nimmer. In Paris hat die dortige Stadtregierung unter der Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Zentralraum den Motorisierten Individual Verkehr von 2002 bis 2023 um 54% reduziert. Zwischen dem Zentralraum und der Peripherie um 20,4%. Siehe dazu den Beitrag hier. In Paris hat man kürzlich eine Stadtseilbahnen, Marke Doppelmayr in Betrieb genommen. VOL.AT titelt "Paris schwebt – Vorarlberg steht: Wie eine Seilbahn-Debatte am Land vorbeizog".

Die neue Seilbahn in Paris (Foto: Doppelmayr / Laurent GRANDGUILLOT-IDFM)
In Vorarlberg baut unsere Schwarz-Blaue Regierung Tunnels, neue Kreisverkehre, schimpft auf SPÖ-Minister, weil sie für einen weiteren Autobahnvollanschluß nicht gleich herschauen und tut alles, um ständig noch mehr Verkehr zu generieren. Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Christof Bitschi sollten ab und zu die Google Suche nutzen und Suchbegriffe wie mobilitätswende paris oder einfach nur mobilitätswende eingeben und sich die Resultate dann noch mit KI zusammenfassen lassen.
► THG Prognose 2025
Nach 3 Jahren mit fallenden THG Emissionen steigen die Emissionen 2025 wieder um ca. 2,5%. Das errechnen die Klimaforscher Gottfried Kirchengast und Stefan Schleicher vom Wegener Center der Uni Graz auf Basis der bis Oktober 2025 verfügbaren Daten.

Diagramm: Zeiner, Diagrammdaten: Webseite des Originalartikels
Auf climatetracer.earth kann man verschiedene Datensätze in einem Diagramm darstellen, mit und ohne Flugverkehr und auch mit und ohne den Einfluß der Landnutzung. Erschreckend ist, dass die Landnutzung in den letzten Jahren immer öfters nicht mehr als THG Senke wirkt. Weitere Parameter zur Auswahl: Länder, produkt- und konsumbasierte Emissionen, absolute Werte oder auf die Einwohnerzahl normierte Werte.
Mehr dazu: scientists4future
Oder gleich zum Originalartikel: Uni-Graz
► Verbrenner-Aus und der Mangel an naturwissenschaftlicher Bildung
Bei den Diskussionen um den Verbrennermotor denke ich immer an den Mangel an naturwissenschaftlicher Bildung, speziell in der Physik. Das betrifft offensichtlich auch Menschen in Spitzenpositionen. Warum? Zu viele Menschen glauben, die Effizienz (oder den Wirkungsgrad, das ist für eine Maschine das Verhältnis von abgeführter Energie zu zugeführter Energie) eines Motors zu erhöhen, sei eine Aufgabe der Technik und sie könnte mit guten Ideen noch laufend verbessert werden. Das ist ein kolossaler Irrtum. Und der scheint insbesonders in den konservativen Parteien (ÖVP, CDU/CSU und den Rechts-Parteien) stark verbreitet zu sein. Für Wärmekraftmaschinen, das sind Maschinen, die Wärme in mechanische Energie umwandeln, setzt hier der 2. Hauptsatz der Thermodynamik absolute Grenzen, und die sind leider schon in der Theorie schlecht und in der Praxis miserabel schlecht. Zuletzt hat der deutsche Kanzler Merz wieder eine Verschiebung oder gar Absage des Verbrenner-Aus gefordert und will "hocheffiziente Verbrenner" auch nach 2035 neu zugelassen. Einem Physiker geht es schlecht, wenn er diesen Ausdruck hört. Dazu und noch vieles mehr zu Elektroautos in einem Interview im Standard.
► VCÖ Magazin 2025-04 mit den Themen
- Straßenerhaltung wird zur finanziellen Herausforderung
- Verkehrsberuhigung in Städten
- Zero-Emission-Logistik in Städten
- Mehr Güter auf die Schiene
- Klimawandel setzt der Verkehrsinfrastruktur zu
- Flächendeckende Lkw-Maut bringt mehr Kostenwahrheit
- Rückbau von Straßen als Chance

Dazu Antworten auf drei Fragen zum Bau von neuen Straßen von Michael Getzner mit der Kernaussage "Der Produktivitätsgewinn durch neue Straßen ist sehr gering oder nicht vorhanden" und ein Gespräch mit Thomas Brudermann. Die lapidare aber wichtige Kernausage hier: "Unsere Entscheidungen haben massive Auswirkungen!"
Quellen:
VCÖ Magazin auf der Webseite des VCÖ mit einem Link zur PDF Version des Magazins
Langfassung des Interviews mit Thomas Brudermann
Es ist schon erstaunlich, wie sehr die aktuelle Politik all das nicht beachtet, was Wissenschaftler uns sagen und man an vielen Stellen nachlesen könnte. Aber genau das ist das Thema der Arbeiten des Umweltpsychologen Thomas Brudermann.
► Bodenfreiheit schützt Fläche auf S18 Trasse mit Gehrecht
Bund und Land suchen Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. Der Verein Bodenfreiheit zeigt zum internationalen Weltbodentag am 05.12.2025 am konkreten Beispiel, wie der Erhalt von Freiflächen die Budgets entlasten kann: indem veraltete Straßenprojekte nicht umgesetzt werden. Bodenfreiheit sichert mit einer Dienstbarkeit an einem Grundstück auf der geplanten Trasse der S-18 in der CP Variante die Freiflächen im Lustenauer Ried.
Nov. 2025
► Mitarbeiterin der UVP Behörde zog sich wegen "Interventionen" zurück
Die VN berichtet am 5. Nov. 2025:
Der Stillstand auf der Baustelle des Feldkircher Stadttunnels wirft neue Fragen auf. Bereits im August erklärte sich eine zentrale Sachbearbeiterin der für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zuständigen Behörde des Landes schriftlich für befangen und zog sich aus dem Verfahren zurück. Begründung: Sie sehe sich nicht mehr in der Lage, objektiv zu handeln, da sie als Landesbedienstete gleichzeitig für ein Projekt zuständig ist, bei dem das Land selbst Genehmigungsinhaberin ist. In dem internen Schreiben an ihre Vorgesetzte, das den VN vorliegt, ist von „Interventionen“ die Rede.Die zuständige Sachbearbeiterin ist in der Abteilung Verkehrsrecht angesiedelt und leitete das UVP-Verfahren zum Großprojekt in Feldkirch, das seit Monaten stockt. In ihrer Befangenheitsanzeige erklärt sie, dass sie sich aufgrund ihrer Doppelrolle nicht mehr in der Lage sehe, ihre Funktion „objektiv und unbefangen“ auszuüben. Zwar habe sie diese Konstellation ursprünglich nicht als problematisch empfunden – inzwischen sei dies jedoch anders, aufgrund „der intensiven Interessenlage“ ihres Arbeitgebers, wie sie formuliert. Auf Anfrage der VN konnte sich die betroffene Mitarbeiterin mit Verweis auf ihre dienstlichen Verpflichtungen nicht äußern. Die Vorarlberger Landesregierung bestätigt den Rückzug der Mitarbeiterin aus dem Verfahren. Laut Landeskommunikation sieht das Landesbedienstetengesetz vor, dass sich Bedienstete dann aus der Ausübung ihres Amtes zurückziehen und eine Vertretung veranlassen müssen, wenn wichtige – auch subjektiv empfundene – Gründe vorliegen, die ihre volle Unbefangenheit in Zweifel ziehen könnten. In solchen Fällen ist eine Selbstanzeige wegen Befangenheit vorgesehen. ...
Siehe dazu auch den Beitrag zum UVP Bescheid und der "Unvereinbarkeit" der Aufgaben innerhalb der Landesverwaltung auf dieser Webseite.
Oktober 2025
► Eiertanz in Brüssel - Newsletter des FALTER
Besser, als in der Ausgabe des Nachhaltigkeits Newsletter Ende Oktober kann man nicht beschreiben, was da gerade in der EU abläuft. Ein Zitat:
Manche Sätze wurden schon so oft gesagt, dass sie ihre Bedeutung verloren haben. Einer geht in etwa so: Klimaschutz sei natürlich wichtig, aber man müsse auch verstehen, dass die Industrie gerade leidet, dass die Wirtschaft weiter wachsen muss und Arbeitsplätze bestehen bleiben müssen.
Man muss sich nicht über die Politikverdrossenheit wundern, vielleicht ist der Grund, ständig von falschen Entscheidungen zu hören. Leider sind richtige Entscheidungen, und da würde ich halt doch den mehr als 2000 Wissenschaftlern glauben, offensichtlich nicht mehrheitsfähig.
► Offener Brief der Wissenschaft an die EU
Ins Deutsche übertragene Kurzfassung:
Die Weltorganastion für Metereologie hat im Oktober ihren jährlichen Bericht zur Konzentration von Schadstoffen in der Atmosphäre veröffentlicht. Die Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre stiegen um einen Rekordwert auf neue Höchststände im Jahr 2024. Verantwortlich sind nicht nur die anhaltenden Emissionen von CO2 aus menschlichen Aktivitäten, sondern auch die großflächigen Waldbrände und die reduzierte Aufnahme von CO2 durch die "Senken" Landökosysteme und Ozeane. Die Wachstumsraten von CO2 haben sich seit den 1960er Jahren von einem jährlichen durchschnittlichen Anstieg von 0,8 ppm pro Jahr auf 2,4 ppm pro Jahr in den zehn Jahren von 2011 bis 2020 verdreifacht. Von 2023 bis 2024 stieg die globale durchschnittliche Konzentration von CO2 um 3,5 ppm, der größte Anstieg seit Beginn der modernen Messungen im Jahr 1957. "Das treibt die Erwärmung weiter an und führt zu extremeren Wetterereignissen. Die Reduzierung der Emissionen ist daher nicht nur für unser Klima, sondern auch für unsere wirtschaftliche Sicherheit und unser Wohlergehen der Gemeinschaft von wesentlicher Bedeutung", sagte der stellvertretende Generalsekretär der WMO, Ko Barrett. Die Konzentrationen von Methan und Lachgas – die zweit- und drittwichtigsten langlebigen Treibhausgase sind ebenfalls auf Rekordniveau gestiegen.
Quelle: WMO-Nachricht

Diagramm aus dem WMO GREENHOUSE GAS BULLETIN Nr. 21 vom Oktober 2025
Die Emissionen aus den fossilen Brennstoffen haben sich von 2023 auf 2024 auf dem Rekordhoch von 10.2 ± 0.5 Gt / Jahr stabilisiert. Es ist also die Klimaerwärmung, die zusätzlich THG aus Ökosystemen freisetzt oder die Wirkung der Senken beeinträchtigt. Damit sind wir am Beginn einer vielleicht nicht mehr einzufangenden Entwicklung. Der Bericht wir auch für die kommende CCOP publiziert um dort Beachtung zu finden.
► Appell der Bischöfe des gobalen Südens an die COOP 2025
In einem eindringlichen Appell wenden sich Bischöfe des globalen Südens (Lateinamerika, Afrika, Indien) an die Gemeinschaft der Staaten bei der Klimakonferenz im November 2025.

Artikel dazu auf https://www.netzwerk-eine-erde.de. Dort finden Sie auch einen Link auf das Dokument mit dem Aufruf.
► Neue Prognose zur Temperaturentwicklung von zwei Wissenschaftlern der UNI Graz
Aktuelle Prognosen des Wegener Center an der Universität Graz bestätigen, was wir letztes Jahr (unter Einfluß des El Niño) bereits hatten. Bereits im Jahr 2025 wird jetzt auch ohne El Niño ein Anstieg von 1,48 Grad über dem vorindustriellen Niveau erreicht. Die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens werden wir noch vor 2030 erreichen.
Link zur Seite des Wegener Center an der UNI Graz
Link auf eine interaktive Graphik zur globalen Oberflächentemperatur der Erde
Link auf die Publikation in "nature" von Gottfried Kirchengast und Moritz Pichler.
► Arbeiterkammer - Kapitalbasierte Emissionen
Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es einer intensiven Diskussion über die Verantwortung für Treibhausgasemissionen. Derzeitige Emissionsbilanzierungssysteme verorten die Verantwortung entweder bei den Konsument:innen oder den Produzent:innen. Die üblichen THG-Emissisonsbilanzen basieren auf letzerem, d.h. sie werden dem land zugerechnet, in dem die Emissionen anfallen. Bei dieser Methode kommt Österreich derzeit pro Kopf auf ca. 7,5 t. Die konsumbasierten Emissionen sind in Österreich um ca. 50% höher. Das muss man all jenen sagen, die mit dem Finger auf China zeigen, aber in Massen deren Produkte kaufen.Der kapitalbasierte Ansatz von Chancel und Rehm (2023) ordnet Emissionen den Eigentümer:innen von Produktionsmitteln zu. Denn Eigentümer:innen und Aktionär:innen haben direkten Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen und profitieren von klimaschädlichen Produktionsweisen. Unsere Analyse zeigt, dass die Emissionen stark ungleich verteilt sind: In Österreich entfallen 37,2 % der Emissionen auf das vermögendste Prozent, während die ärmsten 50 % nur 17 % verursachen.
Link: Publikation der AK
Die Vermögenden haben auch sonst das sagen: In den Regierungen, den Parlamenten, direkt oder indirekt über ihre Lobbyarbeit. Wer verhindert die Finanztransaktionssteuer, über die vor Jahren einmal gesprochen wurde? Wer verhindert die Besteuerung von Kerosin? Wer sorgt nicht für Kostenwahrheit im Güterverkehr?
► Emissionen des österreichischen Flugverkehrs auf Rekordhoch
Im Unterschied zum Kfz-Verkehr zahlt der Flugverkehr für seinen Treibstoff keine Mineralölsteuer. Die fehlende Kerosinsteuer förderte den Flugverkehr in Österreich im 1. Halbjahr mit rund 290 Millionen Euro, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Das ist dreieinhalb Mal so viel, wie die Steuereinnahmen durch die Flugabgabe betragen. Zudem sind die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs auf Basis des in Österreich getankten Kerosins mit rund 1,5 Millionen Tonnen auf einen neuen Halbjahres-Höchstwert gestiegen, informiert der VCÖ. Der VCÖ fordert die EU-weite Einführung einer Kerosinsteuer. Mit deren Einnahmen sollen grenzüberschreitende Bahnverbindungen Europas ausgebaut und verbessert werden.
Link zum Artikel/Presseaussendung auf vcoe.at: Artikel
► Lobautunnel nicht zu bauen wäre zukunftsvergessen
Das meint Minister Hanke in einem Interview im Standard. Vielleicht meint er: Die Zukunft können wir sowieso vergessen. Also geben wir doch noch einmal richtig Gas.
Seinen Aussagen zur Strategischen Prüfung des Projektes widerpricht einer der Mitautoren, Michael Getzner (er leitet den Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik an der TU Wien) ebenfalls in einem Interview im Standard heftig. Hanke meinte im Interview auch, diese Prüfung wäre selektiv auf die Umwelt fokussiert. Das hat es auch in Vorarlberg schon gegeben (Querverweis). Mit dem Argument ist Vorarlberg/Österreich aus der Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal" ausgestiegen. Getzner kontert im Interview all die Argumente, die man auch in Vorarlberg für den Bau des Stadttunnels und der S18 immer wieder hört. Was sich die Landesregierung nicht traut oder eben nicht will: Einmal eine Konferenz zur Zukunft des Verkehrs zu organisieren, auf der auch kritische Experten zu Wort kommen. Auf den Tagungen zur Energieautonomie hat das Thema Verkehr keinen Platz.
September 2025
► Klimaaufruf der Deutschen Metereologischen Gesellschaft (DMG) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)
Die beiden Gesellschaften haben einen Klimaaufruf 2025 publiziert. Sie warnen in dem Aufruf vor einer möglichen globalen Temperaturerhöhung von 3 °C, die schon 2050 erreicht werden könnte und fordern zu entschlossenem Handeln auf.
Darüber berichten unter anderen die Frankfurter Allgemeine und die TAZ. Vorgestellt wurde der Aufruf beim Extremwetterkongress Ende Sept. 2025 in Hamburg. Pressematerial dazu findet man hier: https://extremwetterkongress.org/presse/
Andere Experten halten dieses Szenario für doch sehr unwahrscheinleich, aber ausschliessen wollen sie es auch nicht.
► Erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle
Zu diesem Resultat kommt eine Studie für die weltweite Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2025. Man darf das als Meilenstein sehen. Aber man muss schon genau hinschauen. Wir reden nur vom Energiesektor und in den Sektor nur von Kohle. Damit sind die Emissionen in diesem Sektor gegenüber dem Vorhalbjahr um 0,2% gesunken.

Bild: Weltweite Emssionen nach Sektoren aus dem EDGAR Report 2025. Fuel Exploitation sind die Emissionen aus der Gewinnung der fossilen Brennstoffe.
August 2025
► Es gibt auch Erfolge: Österreichs Treibhausgas-Emissionen sinken 2024 um 2,6% - Gedanken dazu
Kürzlich hat das Umweltbundesamt die vorläufige THG-Bilanz für das Jahr 2024 veröffentlicht. Demnach sinken die Emissionen jetzt das dritte Jahr in Folge. Der Verlauf der Reduktion wird jedoch flacher und zurecht warnen die Forscher vor einem Nachlassen der Bemühungen. Obwohl in absoluten Zahlen der Verkehr den größten Rückgang zu verzeichnen hat, liegt dessen Anteil an den Emssionen noch immer bei 29% (19,3 Mill. Tonnen von 66,9 Mill. Tonnen.
Lesen sie mehr dazu:
- In der Publikation des Umweltbundesamtes.
- Im zugehörigen Artikel im Standard
- und in einem Kommentar dazu, ebenfalls im Standard
Jetzt könnte der Verdacht aufkommen, da gibt es Leute, die reden halt alles schlecht. Dem kann man entgegenhalten, dass die Zeichen insgesamt eine optimistische Einschätzung schwer machen. Kürzlich kam mir als Schreiber dieser Zeilen der Gedanke, wir tun deshalb nicht das Notwendige, weil jeder nur zu einem winzigen Bruchteil der Verursacher (um nicht zu sagen Schuldige) ist. Und das läßt sich offensichtlich leicht verdrängen. Fakt ist, es brennen wieder ringsum die Wälder, in Pakistan kommen hunderte Menschen bei Sturzfluten ums Leben. Und was macht Vorarlberg? Während Mobilitätsforscher für die Mobilitätswende plädieren, für einen "Critical Move" Oliver Schwedes, für ein Verkehrssystem ohne eigenes Auto, startet das Land nach ca. 3 Jahren Bauzeit die Enteignungsverfahren für den Bau der Tunnelspinne in Feldkirch, hofft auf die Realisierung der S18, bremst den Ausbau der Radweginfrastruktur und gemeinsam mit der Bundesregierung den Ausbau der Bahn. Beim Bahnhof Klaus ist seit Wochen Stillstand, wobei dort kein behördlich verordneter Baustopp bekannt ist. Am großen Bauplakat ist die Fertigstellung für Ende 2025 angekündigt. Beginnt auch hier Schwarz - Blau oder Schwarz - Blau - Pink zu wirken? Der nächste Prüfstein wird das im Entwurf vorliegende Klimaschutzgesetz sein. Eine völlig zahnlose und dramatisch abgespeckte Version, von dem, was einmal vorlag und schon damals an der ÖVP gescheitert ist. Auch darüber berichtet der Standard
Juli 2025
► MORE and MORE and MORE
Das ist der Titel eines neuen Buches von Jean-Batiste Fressoz, eines Umwelt- und Technikhistorikers in Paris, in dem er grundlegenden Annahmen unserer Klima- und Energiepolitik infrage stellt. Die Kernaussage: Eine Energiewende gibt es gar nicht. Der Energeiverbrauch steigt ständig, es kommen neue Energiequellen dazu, sie ersetzen die bisherigen aber bisher nicht.

Quelle und Erklärungen zum Diagramm
Ein Interview mit Jean-Batiste Fressoz kann man im Wochenend-Standard vom 6./7. Juli nachlesen. Es endet mit "Es wird in den kommenden Jahrzehnten keine große technische Änderung geben, die uns helfen wird – sich darauf zu verlassen, ist eine Ausrede, eine Rechtfertigung für Untätigkeit. Selbst eine weitere massive Ausbreitung und Verbilligung von Sonnen- und Windenergie – das sind übrigens alte Technologien, keine neuen – wird das Prinzip der symbiotischen Expansion nicht durchbrechen. Es geht deshalb nicht um Technologie; es geht um Suffizienz, eine Umkehr des Wirtschaftswachstums, eine Veränderung des Lebensstils, letztlich auch um Verteilungsfragen. Am Ende werden wir uns wohl entscheiden müssen, worin wir unser CO2 investieren wollen: Bauen wir aus dem klimaschädlichen Beton neue, glitzernde Wolkenkratzer – oder Schulen und Krankenhäuser?"
► Der Wald, die Gier und wir
Dazu passend ein Artikel von Paul Auer, ebenfalls in diesem Wochenend-Standard
Offenbar brauchen wir Menschen einfach noch ein paar Jahre der manischen Maßlosigkeit, ehe wir, wohl gezwungenermaßen, zur Besinnung kommen. Dann wird es den Ziesacherwald vermutlich nicht mehr geben; vieles wird es nicht mehr geben, und sollten wir dazu noch in der Lage sein, werden wir das Smartphone weglegen, uns die Augen reiben und fragen, wie wir all das zulassen konnten: Während die Naturzerstörung für den Menschen existenzbedrohend wurde, psychische Krankheiten grassierten, sich unsere Kinder in einer unregulierten digitalen Welt verloren, sahen wir den einzigen Ausweg darin, immer weiter zu bauen, zu kaufen, abzureißen, wegzuschmeißen, zu verschwenden, zu bauen, zu kaufen ...
Nutzen wir daher den heurigen Sommer noch einmal dazu, unsere Lieblingsorte in der Natur so oft wie möglich zu besuchen: den schönen Platz im Wald, beim Fluss, auf der Alm , das Lustenauer Ried. Denn wer weiß, ob es sie nächstes Jahr noch geben wird, ob sie nicht einer Straße, einem Gewerbepark, einer Wohnanlage, einem Chalet-Dorf weichen mussten. Vor unserer Gier ist schließlich nichts sicher. (Paul Auer, 5.7.2025)
Juni 2025
► Klimaforscher: "Der Fehler liegt in der Politik beim mangelnden Mut"
Kürzlich wurde der zweite österreichische große Sachstandsbericht zum Klimawandel veröffentlicht. Mehrere Medien berichten darüber. Zwei Quellen dazu:
Kernaussagen in diesem Artikel:
- Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. In Feldkirch waren es in den letzten drei Jahren im Mittel 3.4°
- Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre, Starkregen und Muren nehmen zu – mit erheblichen Folgen für Gesundheit, Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus.
- Vorsorgender Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sind dabei auf lange Sicht deutlich kostengünstiger als die Bewältigung der Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden.
2) DerStandard
AAR2 ... Second Austrian Assessment Report
Zum Bericht: 2. Sachstandsbericht
Die Scientist for Future (S4F) schreiben dazu in ihrem Newletter:
Begleitend zur Veröffentlichung wurde ein umfassendes Paket zur Wissenschaftskommunikation entwickelt. Dazu zählen unter anderem Kurzvideos, die zentrale Themen des Berichts aufgreifen, mehrere Podcast-Episoden mit Autor:innen, eine Live-Aufzeichnung mit den Science Busters sowie gezielte Erweiterungen und Aktualisierungen auf Wikipedia. Ergänzend dazu laufen koordinierte Social Media-Aktivitäten des CCCA. Zusätzlich sind öffentliche Veranstaltungen in Kooperation mit verschiedenen Partnerorganisationen in Planung. Aktuelle Informationen zu diesen Formaten und Terminen finden Sie laufend auf der AAR2-Website (wie oben) unter den Rubriken „Neuigkeiten“ und „Öffentlichkeitsarbeit“:
► Klimastatusbericht
Ebenso ist kürzlich der Klimaststusbericht des Climate Change Center Austria, der Boku und der Geosphere Austria erschienen. Die S4F berichten auch darüber in ihrem °Celisus Blog. Dort findet man auch den Link auf den ganzen Bericht.
► VCÖ Blog zum Sparpaket der Regierung
Michael Schwendinger bringt es im VCÖ Blog auf den Punkt, wo die Regierung an der falschen Stelle Geld ausgibt.
Die Themen:
- Wohnen wird teurer, pendeln gefördert
- Mehr klimaschädliche Subventionen statt weniger
- Pendeleuro landet bei reicheren Haushalten
Ein Auszug: Der Förder-Dschungel im Pendelwesen Österreichs ist nicht nur undurchsichtig, sondern zudem klimaschädlich – zumal Anreize zur Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel oder dem Fahrrad fehlen. Das Wifo geht daher allein bei Pendelpauschale und Pendeleuro von rund 500 Millionen Euro an klimaschädlichen Subventionen pro Jahr aus. Durch die Verdreifachung des Pendeleuros kommen rund 200 Millionen Euro pro Jahr dazu. Und dass, obwohl sich Österreich im „Nationalen Energie- und Klimaplan“ gegenüber der EU verpflichtet hat, klimaschädliche Subventionen bis zum Jahr 2030 zu reduzieren, sodass der CO2-Ausstoß jährlich um zwei Millionen Tonnen sinkt. Erreichen wir die verpflichtenden Klimaziele nicht, drohen Budgetkosten von bis zu 5,9 Milliarden Euro. Klimaschädliche Subventionen kosten also doppelt.
Und natürlich ist es unverständlicher Fehler, die Normverbrauchsabgabe NOVA für Klein-LKW's (ikl. der Pick-Up's abzuschaffen. Das macht den falschen Motortyp attraktiv.
Lesen Sie den ganzen Blogbeitrag.
► Radwegprojekte in Vorarlberg
Die Radlobby Vorarlberg hat gemeinsam mit einem Personenkomitee „Pro Rad Vorarlberg“ einen offenen Brief an die Landesregierung gerichtet und das in einer Pressekonferenz beim Hafen in Bregenz bekannt gegegeben.
ORF V berichtet darüber. Ein Zitat aus dem Bericht: In einer ersten Reaktion erklärte Bitschi, dass die geforderten Radprojekte auch im Budget abbildbar sein müssten. Frage dazu: Ist das Straßenbauprojekt Stadttunnel oder die S18 im Budget "darstellbar"? Ein anderes Argument von Bitschi ist, das Ziel des Mobilitätskonzeptes des Landes beim Radanteil im Modal-Split sei bereits erreicht. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit.

Der Radverkehr hat sich dank des E-Bikes den Zuwachs vor allem beim Fußgänger (der gegenüber der letzten Erhebung 3,7% verloren hat) und sogar beim ÖPNV geholt. Beim MIV war die Reduktion seit der lezten Erhebung 1,8%. Man kann auch in Frage stellen, ob die Ziele für 2030 angesichts der THG-Emissionen und anderer Umweltschäden des Verkehrs nicht überhaupt zu wenig ambitioniert waren. Das Ziel beim MIV war für 2030 ein Anteil von 34%. Da fehlen noch ganze 7,1% an Reduktion bzw. Verschiebung auf andere Verkehrsmittel.

Es gab Zwischenziele für 2015, die 2017 alle nicht erreicht wurden. Auch hier sieht man, dass die Verkehrspolitik im Land mit dem Beharren auf den Straßenbauprojekten und der Mutlosigkeit gegenüber dem Autofahrer nicht stimmig ist und man deshalb mit den bisherigen Maßnahmen nicht auf dem Zielpfad ist.
Auch beim ÖPNV ist der immer wieder genannte Erfolg nicht wirklich sichtbar. Gegenüber 2008 hat sich der ÖPNV-Anteil gerade einmal um 0,7% von 12,8 auf 13,5% erhöht.
Und da sind wir bei den Push- und Pull-Faktoren in der Mobilität. Ohne Kostenwahrheit (und dazu gehört auch Parkraumbewirtschaftung) schaffen wir die Wende nicht. Der Großteil der Vorarlberger Gemeinden stellt bei Grundstückspreisen von € 1000,- / m² noch immer Tausende Quadratmeter Parkflächen gartis dem Autofahrer zur Verfügung. Überlegen wir doch, was passieren würde, wenn Jugendliche ein paar Tischtennis-Tische auf solchen Parkflächen aufstellen würden und dort die Bälle fliegen lassen.
Quellen:
Mobilitätskonzept Vorarlberg 2019 und Evaluation aus dem Jahre 2024 dazu
Mai 2025
► Knoflachers Gehzeug wird 50
Über den Klimaklartext-Newsletter des Standard haben wir erfahren, Professor Knoflachers Gehzeug wird heuer 50 Jahre.

Bild: Hermann Knoflacher
Hermann Koflacher mit seinem typischen Humor im Interview: Wenn wir mit dem Gehzeug auf die Straße gehen, werden wir von Autofahrern beschimpft. Sie tippen dann meistens mit dem Finger auf den Kopf. Das heißt, sie haben ein sehr gut ausgeprägtes Unterbewusstsein, weil sie merken, wo es bei ihnen fehlt, während andere diese Sachen mit Vergnügen und Humor betrachten.
Das ganze Interview finden Sie hier im Standard
► Verfehlung des Klimaziels könnte Milliarden kosten
In einem sehr informativen und ausgewogenen Artikel berichtet der Standard über eine Studie, die das Finanzministerium in Auftrag gegeben hat und die man dort an unscheinbarer Stelle auch findet. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag zum Sparpaket der Regierung.
April 2025
► Zum Tod von Papst Franziskus
Am Ostermontag ist Papst Franziskus verstorben, ein über die katholische Kirche hinaus bemerkenswerter Mann. Es lohnt sich zu lesen, was er zur Ausbeutung und Erschöpfung der Welt und zur Klimakrise geschrieben hat. Auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz findet man die Enzykliken, also die Lehr- oder Rundschreiben der Päpste an die Bischöfe, Katholiken oder oft bewußt an alle „Menschen guten Willens“.
Von den Enzykliken "LAUDATO SI" über die Sorge für das gemeinsame Haus (2015) und "LAUDATE DEUM" an alle Menschen guten Willens über die Klimkrise (2023) wissen doch viele und es lohnt sich, sie zu lesen. Letztere ist auch als Beitrag zur nachfolgenden Klimkonferenz COP28 in Dubai zu sehen. So deutliche Worte würde ich mir von der Politik auch wünschen.
► Klimabericht 2024
Das EU Klimawandelservice Copernicus veröffentlichte den Klimabericht zum Jahr 2024. Wenig überraschend war es ein Jahr der Rekorde. Link zum Original: https://climate.copernicus.eu/global-climate-highlights-2024
Die Zeitung "Der Standard" fasst die Fakten wie folgt zusammen:
- 2024 war das wärmste Jahr in Europa, der Kontinent heizt sich weltweit am schnellsten auf. Fast die Hälfte Europas erreichte Rekordjahrestemperaturen.
- Hitze: Platz zwei der meisten Hitzestresstage seit Aufzeichnungsbeginn; bislang längste Hitzewelle in Südosteuropa (13 Tage, 55 Prozent der Region betroffen).
- Hochwasser: schwerste Überschwemmungen seit 2013. Darunter das Hochwasser im September in NÖ und wenig später in Valencia in Spanien mit mindestens 232 Toten. Die Kosten werden für Europa mit 16,5 Milliarden Euro geschätzt.
- Meere: Oberflächentemperaturen im Mittelmeer mit neuem Rekord (1,2 Grad über dem Durchschnitt; höchster bisheriger Messwert: 28,7 Grad).
- Mangelnde Kälte: Jahr mit den wenigsten Kältestresstagen seit Aufzeichnungsbeginn.
- Klimawandelanpassung: 51 Prozent der Städte haben Pläne dafür und mit der Umsetzung angefangen.
- Aber auch bei den erneuerbaren Energien: Rekordhöhe beim Anteil an Stromerzeugung: 45 Prozent (plus zwei Prozent).
Die Karte von Geosphere Austria für Österreich bräuchte eine neue Farbskala für die Temperatur:

In letzter Zeit hört man öfters, man soll sich mit der Panikmache zurückhalten und über Klimafakten positiv sprechen. Unsere Panik reicht aber für die dringende Bitte, sich dort zurückzuhalten, wo es unseres Erachtens am einfachsten und nur kostensparend für alle wäre, denn wir behaupten: Mindestens jede zweite Autofahrt ist unnötig. Dann würde sich Vorarlberg 600 Millionen für den Stadttunnel und Österreich sich nochmals ein Vielfaches davon für die S18 sparen.

Beim globalen Mittel ist nicht ersichtlich, dass die 1,5° zuletzt 2023 erreicht und 2024 überschritten wurden.
► Die Gesellschaft ist zu teuer, weil die Politik feige ist
In einem Artikel im Standard schreibt Heinrich Breidenbach neben vielen anderen Beispielen vom Zuckerkonsum bis zur Raumordnung: Wenn in der Verkehrspolitik einseitig auf das Auto gesetzt und aktive, gesundheitsfördernde Mobilität vernachlässigt wird, dann findet das über viele Wege teuren Eingang in die Budgets von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen. und weiters Wenn Wirtschaft und Konsum nicht endlich auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz umgesteuert werden, wird das in Zukunft mit höchster Wahrscheinlichkeit überhaupt alle Budgets sprengen.
Noch zwei Beispiele: Der Raum Vorderland ist eine KEM und KLAR Region. In meiner Umgebung beobachte ich, wie in den letzten Monaten mehrere Vorplätze asphaltiert wurden. Die Politik traut sich nicht, für versiegelte Flächen jährliche Kanalgebühren einzuheben.
Das mit der Mobilität muss man in Vorarlberg etwas differenzierter sehen. Für den ÖPNV und die sanfte Mobilität hat man durchaus Geld ausgegeben. Der Verkehrsverbund Oberes Rheintal hat das Angebot (auch mit Födergeldern aus dem Klimaticket-Topf) mit dem Fahrplanjahr 2024 massiv erhöht. Für die Gemeinden bedeutet das trotz der zeitlich befristeten Föderung eine Kostensteigerung von ca. 40%. Der Erfolg bei den Fahrgastzahlen steht in keiner Relation zu diesen Mehrausgaben. Das Angebot ist fast ausgereizt, jetzt wären Push-Maßnahmen notwendig. Über die naheliegenste - die konseqeunte Parkplatzbewirtschaftung in den Gemeinden, bei den Freizeitanlagen und den Ausflugzielen in den Berggemeinden - wurde zuletzt wenigstens gesprochen. Die Wahlen sind vorbei, jetzt muss man handeln!
► Neues bei Neustädter - Hans Joachim Schellnhuber zu Gast
Am 3. April war der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber in Vorarlberg. Er war Gast bei "Neues bei Neustädter" und am Abend dann Hauptredner bei der 10. Veranstaltung zum Tag der Mutter Erde im Vinomnasaal in Rankweil. In seinem Vortrag hat er dargestellt, was mit der Erwärmung noch auf uns zu kommt. Er hat aber auch eine Lösung präsentiert, die in ihrer Einfachheit vielleicht verblüfft: Weltweit Bäume pflanzen. Sehr viele - Milliarden. Für Vorarlberg würde das bedeuten. Für jedes in Vorarlberg geborene Kind 50-60 Bäume zu pflanzen. Dann aber die Bäume nach ihrer Wachstumsphase nicht als Biomasse zu verheizen, sonders sie als Baumaterial zu verwenden. So würden sie weitere 100 Jahre das aufgenommenen CO2 speichern. Die Sendung auf Radio Vorarlberg kann man hier noch nachhören.
► Vorarlberg heute - Vorarbergs Schuldenstand
Nach der Veröffentlichung des öffentlichen Schuldenstandes durch die Statistik Austria brennt der Hut. Die Zahlen für Vorarlberg: Der Schuldenstand des Landes ist mit Ende 2024 von 587 Millionen auf 713 Millionen Euro gestiegen. Dazu ist Landeshauptmann Wallner im Studio zum Interview. Ein paar Floskeln dazu, wo denn jetzt überall gespart werden muss. Kein Wort zum Stopp von bereits mit der Schweiz, mit Gemeinden vereinbarten Projekten zum sanften Verkehr. Und keine Frage zur Option, Straßenbauprojekte zu stoppen, die bei der Finanzlage wieder auf Pump finanziert werden müssen. Für den Stadttunnel sind das am Ende weitere ca. 500 Millionen Schulden. Schulden, deren Zinsendienst finanziert werden muss und Tunnelstraßenkilometer, deren Wartung und Betriebskosten jährlich mehr als eine Million Euro betragen werden. Dazu keine Frage von Daniel Rein. Ein Beispiel dafür, wie unkritisch und jede unangenehme Frage vermeidend der ORF Vorarlberg Interviews führt. So interviewt man in Staaten mit gleichgeschalteten Medien die Regierungschefs. Warum dieser gewaltige Unterschied zu bundesweiten Nachrichtensendungen aus Wien?
Sendung verpasst? Vorarlbergheute vom 1. April 2025
Februar 2025
► Klimapolitik als Zerreißprobe
Wieder ist es der Standard, der nicht nur über den Ukrainekrieg, sondern auch über andere Themen bei der Münchner Sicherheitskonferenz berichtet. Denn aus dem offiziellen "Munich Security Index 2025", den die Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht hat geht hervor: Als größtes Sicherheitsrisiko gelten "Extremwetterereignisse und Waldbrände". Auf Platz zwei: die Klimakrise im Allgemeinen. Mehr dazu lesen Sie hier: DerStandard
► Aus den Newsletter der S4F
Es kündigt sich an, dass Blau-Schwarz keine konsequente Klimaschutzpolitik mehr machen wird. Die Wissenschaftsfeindlichkeit wird plötzlich zum Markenzeichen von Regierungen. Eine kaum zu glaubende Ungeheuerlichkeit, die uns viel Geld und auch Leben kosten wird. Im Februar Newsletter der S4F wird das mehrfach thematisiert. Zum Beispiel auch, dass Extremwetter und andere Katastrophen 2024 weltweit Schäden von 368 Milliarden USD verursacht haben. Deshalb haben sich Wissenschaftler mit einem besorgten Schreiben an die Politik gewandt. Sie fordern in den Schreiben das, was jetzt richtig und wichtig wäre. Wenn man das liest: Es kann doch nicht schwer sein, diesen Vorschlägen zu folgen. Alles andere ist einfach Dummheit. Mehr...
► 29. Jänner 2025 - VOLLGAS
Eine Analyse von Johannes Huber auf dieSubstanz.at über die FPÖ und ÖVP als Autofahrerpartei.
"Warum die FPÖ „Autofahrerpolitik“ wie in den 1960er Jahren betreiben möchte und die ÖVP nichts dagegen einzuwenden hat."
Die Werte des Umweltbundesamtes zu der Graphik mit den Emissionen findet ihr hier
Jänner 2025
► Copernicus - The 2024 Annual Climate Summary
2024 war jetzt nach 2023 das zweite Jahr in Folge mit den bisher höchsten Durchschnittstemperaturen. Mit +1,57° gegenüber den Jahren 1850 - 1900 wurde auch das Pariser Ziel von 1.5 °C erstmals überschritten. Gegenüber der Periode 1991-2020 waren es gloabl +0,72 °C, in Europa +1,47 °C.
► Wissenschaftlerin des Jahres
Die Klimaökonomin Sigrid Stagl ist Wissenschaftlerin des Jahres 2024. In einem Interview mit dem Standard sagt sie:
Mir wäre es persönlich viel lieber, wenn wir mit Wachstum nachhaltig wirtschaften könnten. Dann könnten wir ... Nur mit den empirischen Befunden, die wir haben, glaube ich einfach nicht, dass sich das ausgeht. Und ich würde mich so freuen, wenn ich Unrecht hätte und ich eines besseren belehrt würde. ...
Da meinen auch wir, das wird in der Wirtschaft, von den Menschen, von der Politik und hier insbesondere in den Reihen der ÖVP und der FPÖ völlig verdrängt.
► Newsletter der Scientiest for Future
Im aktuellen Newsletter der S4F wird ein Beitrag nochmals veröffentlicht, den Martin Auer schon am 17. Dez als Reaktion auf einen Kommentar veröffentlicht hat. So beginnt der Artikel:
Ein Leser oder eine Leserin meines Blogs im „Standard“ kommentierte kürzlich „Auch FFF (und darunter Scientists for Future) waren ja bisher auch nicht erfolgreich mit ihrem Plan, die Politik zu nötigen, dass sie drastische Einschränkungen gegen die Bevölkerung verordnet.“
M. Auers Antwort:
„Warum soll das Klimaticket eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll eine Fernheizung, die durch Erdwärme betrieben wird statt durch Gas eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum sollen Förderungen für PV-Anlagen Maßnahmen gegen die Bevölkerung sein?
Warum sollen Förderungen für heizkostensparende Wärmedämmung Maßnahmen gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll Hochwasserschutz eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll mehr Grün in der Stadt eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll die Förderung gesunder Bewegung (sprich Radfahren und zu Fuß gehen) eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll das Zurverfügungstellen von öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll das Einrichten von Elektrotankstellen eine Maßnahme gegen…“
Mehr Zeichen gab das Kommentarfeld nicht her.