Literatur, aktuelle Meldungen in den Medien
Aktuelle Meldungen zum Thema Mobilität, Klimaschutz, Klimawandel und Energie mit Verweisen auf die Originalartikel. Dabei wird beachtet, ob diese Artikel auch frei zugänglich sind. Das und die Qualität ist ein Grund dafür, dass häufig auf Artikel der Tageszeitung DerStandard https://www.derstandard.at verwiesen wird. In immer mehr Medien, auch in den Vorarlberger Tageszeitungen sind Artikel nur mit einem Abo lesbar.
Weitere Literatur/Buch und Medien Tipps findet man auf dieser Website hier.
Dezember 2025
VCÖ Magazin 2025-04 mit den Themen
- Straßenerhaltung wird zur finanziellen Herausforderung
- Verkehrsberuhigung in Städten
- Zero-Emission-Logistik in Städten
- Mehr Güter auf die Schiene
- Klimawandel setzt der Verkehrsinfrastruktur zu
- Flächendeckende Lkw-Maut bringt mehr Kostenwahrheit
- Rückbau von Straßen als Chance

Dazu Antworten auf drei Fragen zum Bau von neuen Straßen von Michael Getzner mit der Kernaussage "Der Produktivitätsgewinn durch neue Straßen ist sehr gering oder nicht vorhanden" und ein Gespräch mit Thomas Brudermann. Die lapidare aber wichtige Kernausage hier: "Unsere Entscheidungen haben massive Auswirkungen!"
Quellen:
VCÖ Magazin auf der Webseite des VCÖ mit einem Link zur PDF Version des Magazins
Langfassung des Interviews mit Thomas Brudermann
Es ist schon erstaunlich, wie sehr die aktuelle Politik all das nicht beachtet, was Wissenschaftler uns sagen und man an vielen Stellen nachlesen könnte. Aber genau das ist das Thema der Arbeiten des Umweltpsychologen Thomas Brudermann.
Bodenfreiheit schützt Fläche auf S18 Trasse mit Gehrecht
Bund und Land suchen Möglichkeiten zur Kosteneinsparung. Der Verein Bodenfreiheit zeigt zum internationalen Weltbodentag am 05.12.2025 am konkreten Beispiel, wie der Erhalt von Freiflächen die Budgets entlasten kann: indem veraltete Straßenprojekte nicht umgesetzt werden. Bodenfreiheit sichert mit einer Dienstbarkeit an einem Grundstück auf der geplanten Trasse der S-18 in der CP Variante die Freiflächen im Lustenauer Ried.
Bericht auf der Webseite des Vereins Bodenfreihet
November 2025
Schwaches Resultat der COP30
Bericht im ORF
Katharina Roggenhofer zur COP30
Auf newsflix.at schreibt Katharina Roggenhofer einen Kommentar zum Weltklimagipfel mit dem Titel Warum noch mehr Bla Bla für Europa fatal wäre
Klimavolksbegehren - KONTEXT Institut
Nachhaltigkeits-Newsletter FALTER.natur
Lesenswert auch der aktuelle Newsletter des FALTER zur COP30.
Denn die Klimakrise ist an erster Stelle auch eine Gerechtigkeitskrise.
- Nur zehn Länder der Welt verursachen mehr als zwei Drittel der CO2-Emissionen.
- In Österreich sind die reichsten zehn Prozent der Haushalte für 56 Prozent der Emissionen verantwortlich.
- Und nur 36 Unternehmen weltweit müssen für die Hälfte der weltweiten Emissionen geradestehen.
Klimakonferenz und Climate Change Performance Index für Österreich
Wir wollten zum Aufenthalt von Minister Norbert Totschnigg in Brasilien einen Beitrag schreiben. Diese Arbeit erübrigt sich mit dem aktuellen Klimaklartext des Standard von Nora Laufer:
Liebe Leserin, lieber Leser,wieder einmal erhält Österreich ein schlechtes Zeugnis. Nein, es geht nicht um Freunderlwirtschaft oder Pisa-Tests, sondern um Klimaschutz. Laut dem Climate Change Performance Index (CCPI) ist die Republik im internationalen Klimaschutz-Ranking um zwölf Plätze abgesackt – von Platz 23 auf Platz 35. Der Grund? Die Emissionen sinken zwar, sind pro Kopf aber immer noch hoch. Zudem hat die Regierung ihre Klimapolitik zuletzt stark zurückgefahren: Statt das Klima- und Umweltbudget zu stärken, wurden vielerorts Förderungen ersatzlos gestrichen; klimaschädliche Subventionen zugleich ausgebaut.
Und was sagt Österreichs schwarzer Umweltminister Norbert Totschnig dazu? Er verwies auf den NGO-Hintergrund vieler der beteiligten Expertinnen und Experten und mahnte, man müsse „die Kirche im Dorf lassen“. Wie der Zufall es will, war die Kirche gerade im Dorf. Oder besser gesagt, der Papst im COP-Austragungsort Belém – zumindest digital. Leo XIV. sieht die Verantwortung sehr wohl in der Politik: „Es ist nicht das (Pariser, Anm.) Abkommen, das versagt – wir versagen in unserer Antwort. Was versagt, ist der politische Wille mancher.“
Zum Klimaschutzranking: Österreich stürzt vom Rang 23 auf Rang 37 ab. Quelle: DerStandard Lesen Sie auch das Posting von "Homo Fabless" zu diesem Artikel!
Hoffentlich geht es uns bei der Fußball-WM besser. Leider eine Veranstaltung, die alle bisherigen negativen Rekorde in der Klimabilanz brechen wird (sport.orf.at).
The Global Carbon Budget
Am 13. November veröffentlichte das Fachblatt Earth System Science Data, eine erste Prognose zu den weltweiten CO2 Emissionen im Jahre 2025. Gerade noch rechtzeitig für die COP30. Der Bericht zeigt, dass die Nutzung erneuerbarer Energien weiter wächst. Doch der Energiebedarf steigt noch schneller, und deshalb klettern auch die Emissionen aus Kohle, Öl und Gas auf neue Rekordwerte.
Einen gute Zusammenfassung mit mehreren Diagrammen findet man wie so oft im Standard

Was diese Zeitreihen auch zeigen: So richtig gelingt die Entkoppelung von Wirtschaft und Emissionen halt doch nicht. Wir meinen, dass da der Transport eine wesentliche Rolle spielt. Wie sorglos wir gerade jetzt wieder mit der Klimaerwärmung umgehen zeigt der Sektor Flugverkehr, der verzeichnet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 7% bei den Emissionen. Umso mehr kann man sich wundern oder fassungslos zur Kenntnis nehmen, dass die Bundesregierung in Deutschland das Fliegen billiger macht. Sie hat die Flugverkehrsabgabe wieder gesenkt und verzichtet auf 350 Millionen Euro. Das berichtet die TAZ in einem Kommentar unter dem Titel "Für die Lobby, gegen die Menschheit".
Kommentar von Simon Tschannett am 6. November in der VN
Simon Tschannett rechnet in seinem Kommentar die Kosten für den Stadttunnel und die S18 zusammen (ca. 2,7 Milliarden Euro) und rechnet beispielhaft aus, welche Summen den Kommunen für Klimawandelanpassung zur Verfügung stehen würden, wenn man dieses Geld dafür verwenden würde:
Sulz: 16 Millionen Euro, Schruns: 24 Millionen Euro, Rankweil: 73 Millionen Euro, Feldkirch: 220 Millionen Euro, Dornbirn: 314 Millionen Euro
und setzt dann fort mit:
Damit ließe sich viel bewirken.
Und für mich wird somit immer klarer: Die Fortschrittserzählung der letzten Jahrzehnte – die vom ständigen Mehr, vom unbeschränkten Wachstum, vom Glauben, Technik werde schon alles richten – stößt an ihre Grenzen. Denn jetzt verlangt die Realität etwas anderes: Reife.
Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische Krise, sondern auch ein politischer, sozialer und kultureller Umbruch. Sie ruft uns auf, erwachsen zu werden. Und aus dem Fortschritt von gestern die Verantwortung von heute und morgen zu machen – gerade bei den Entscheidungen, welche Infrastruktur wir bauen, in welche Richtung wir uns als Gesellschaft entwickeln und wie wir uns vor den Folgen der Klimakrise und vor künftigen Naturgefahren schützen.
Das ist Fortschritt zur Verantwortung!
Mitarbeiterin der UVP Behörde zog sich wegen "Interventionen" zurück
Die VN berichtet am 5. Nov. 2025:
Der Stillstand auf der Baustelle des Feldkircher Stadttunnels wirft neue Fragen auf. Bereits im August erklärte sich eine zentrale Sachbearbeiterin der für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zuständigen Behörde des Landes schriftlich für befangen und zog sich aus dem Verfahren zurück. Begründung: Sie sehe sich nicht mehr in der Lage, objektiv zu handeln, da sie als Landesbedienstete gleichzeitig für ein Projekt zuständig ist, bei dem das Land selbst Genehmigungsinhaberin ist. In dem internen Schreiben an ihre Vorgesetzte, das den VN vorliegt, ist von „Interventionen“ die Rede.Die zuständige Sachbearbeiterin ist in der Abteilung Verkehrsrecht angesiedelt und leitete das UVP-Verfahren zum Großprojekt in Feldkirch, das seit Monaten stockt. In ihrer Befangenheitsanzeige erklärt sie, dass sie sich aufgrund ihrer Doppelrolle nicht mehr in der Lage sehe, ihre Funktion „objektiv und unbefangen“ auszuüben. Zwar habe sie diese Konstellation ursprünglich nicht als problematisch empfunden – inzwischen sei dies jedoch anders, aufgrund „der intensiven Interessenlage“ ihres Arbeitgebers, wie sie formuliert. Auf Anfrage der VN konnte sich die betroffene Mitarbeiterin mit Verweis auf ihre dienstlichen Verpflichtungen nicht äußern. Die Vorarlberger Landesregierung bestätigt den Rückzug der Mitarbeiterin aus dem Verfahren. Laut Landeskommunikation sieht das Landesbedienstetengesetz vor, dass sich Bedienstete dann aus der Ausübung ihres Amtes zurückziehen und eine Vertretung veranlassen müssen, wenn wichtige – auch subjektiv empfundene – Gründe vorliegen, die ihre volle Unbefangenheit in Zweifel ziehen könnten. In solchen Fällen ist eine Selbstanzeige wegen Befangenheit vorgesehen. ...
Siehe dazu auch den Beitrag zum UVP Bescheid und der "Unvereinbarkeit" der Aufgaben innerhalb der Landesverwaltung auf dieser Webseite.
Oktober 2025
Eiertanz in Brüssel - Newsletter des FALTER
Besser, als in der Ausgabe des Nachhaltigkeits Newsletter Ende Oktober kann man nicht beschreiben, was da gerade in der EU abläuft. Ein Zitat:
Manche Sätze wurden schon so oft gesagt, dass sie ihre Bedeutung verloren haben. Einer geht in etwa so: Klimaschutz sei natürlich wichtig, aber man müsse auch verstehen, dass die Industrie gerade leidet, dass die Wirtschaft weiter wachsen muss und Arbeitsplätze bestehen bleiben müssen.
Man muss sich nicht über die Politikverdrossenheit wundern, vielleicht ist der Grund, ständig von falschen Entscheidungen zu hören. Leider sind richtige Entscheidungen, und da würde ich halt doch den mehr als 2000 Wissenschaftlern glauben, offensichtlich nicht mehrheitsfähig.
Offener Brief der Wissenschaft an die EU
2178 Wissenschaftler:innen haben einen Brief an die Regierungen der EU gerichtet. Grund ist die aktuelle Diskussion innerhalb der EU, die Klimaziele wieder aufzuweichen (Zertifikatenhandel, Debatte über Verbrenner-Aus) und die nahende Weltklimakonferenz.
Darüber berichtet z.B. Die Tagesschau
Ausschnitt aus der Zusammenfassung:
The political discussion is moving further away from the scientific evidence provided by the European Scientific Advisory Board on Climate Change. Instead of focusing on a science-based pathway, negotiations are dominated by short-term politics, denialist motions that are based on misinformation, and bargaining over loopholes. In this context, it is essential that the voices of the scientific community return to the centre of the debate, to remind heads of state and government ahead of EUCO on 23/10 that a 90%–95% net domestic reduction of greenhouse gases (GHG), compared to the 1990 level, is not just a political choice but an existential necessity for safeguarding Europe’s future, and securing people’s lives in face of increasingly high risks of surpassing critical tipping points.
Originaltext des Schreibens in englicher Sprache als PDF
WMO Bulletin vom Oktober 2025: Die THG Konzentration in der Atmosphäre ist 2024 um Rekordwert gestiegen
Ins Deutsche übertragene Kurzfassung:
Die Weltorganastion für Metereologie hat im Oktober ihren jährlichen Bericht zur Konzentration von Schadstoffen in der Atmosphäre veröffentlicht. Die Kohlendioxidwerte in der Atmosphäre stiegen um einen Rekordwert auf neue Höchststände im Jahr 2024. Verantwortlich sind nicht nur die anhaltenden Emissionen von CO2 aus menschlichen Aktivitäten, sondern auch die großflächigen Waldbrände und die reduzierte Aufnahme von CO2 durch die "Senken" Landökosysteme und Ozeane. Die Wachstumsraten von CO2 haben sich seit den 1960er Jahren von einem jährlichen durchschnittlichen Anstieg von 0,8 ppm pro Jahr auf 2,4 ppm pro Jahr in den zehn Jahren von 2011 bis 2020 verdreifacht. Von 2023 bis 2024 stieg die globale durchschnittliche Konzentration von CO2 um 3,5 ppm, der größte Anstieg seit Beginn der modernen Messungen im Jahr 1957. "Das treibt die Erwärmung weiter an und führt zu extremeren Wetterereignissen. Die Reduzierung der Emissionen ist daher nicht nur für unser Klima, sondern auch für unsere wirtschaftliche Sicherheit und unser Wohlergehen der Gemeinschaft von wesentlicher Bedeutung", sagte der stellvertretende Generalsekretär der WMO, Ko Barrett. Die Konzentrationen von Methan und Lachgas – die zweit- und drittwichtigsten langlebigen Treibhausgase sind ebenfalls auf Rekordniveau gestiegen.
Quelle: WMO-Nachricht

Diagramm aus dem WMO GREENHOUSE GAS BULLETIN Nr. 21 vom Oktober 2025
Die Emissionen aus den fossilen Brennstoffen haben sich von 2023 auf 2024 auf dem Rekordhoch von 10.2 ± 0.5 Gt / Jahr stabilisiert. Es ist also die Klimaerwärmung, die zusätzlich THG aus Ökosystemen freisetzt oder die Wirkung der Senken beeinträchtigt. Damit sind wir am Beginn einer vielleicht nicht mehr einzufangenden Entwicklung. Der Bericht wir auch für die kommende CCOP publiziert um dort Beachtung zu finden.
Appell der Bischöfe des gobalen Südens an die COOP 2025
In einem eindringlichen Appell wenden sich Bischöfe des globalen Südens (Lateinamerika, Afrika, Indien) an die Gemeinschaft der Staaten bei der Klimakonferenz im November 2025.

Artikel dazu auf https://www.netzwerk-eine-erde.de. Dort finden Sie auch einen Link auf das Dokument mit dem Aufruf.
Neue Prognose zur Temperaturentwicklung von zwei Wissenschaftlern der UNI Graz
Aktuelle Prognosen des Wegener Center an der Universität Graz bestätigen, was wir letztes Jahr (unter Einfluß des El Niño) bereits hatten. Bereits im Jahr 2025 wird jetzt auch ohne El Niño ein Anstieg von 1,48 Grad über dem vorindustriellen Niveau erreicht. Die 1,5-Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens werden wir noch vor 2030 erreichen.
Link zur Seite des Wegener Center an der UNI Graz
Link auf eine interaktive Graphik zur globalen Oberflächentemperatur der Erde
Link auf die Publikation in "nature" von Gottfried Kirchengast und Moritz Pichler.
Emissionen des österreichischen Flugverkehrs auf Rekordhoch
Im Unterschied zum Kfz-Verkehr zahlt der Flugverkehr für seinen Treibstoff keine Mineralölsteuer. Die fehlende Kerosinsteuer förderte den Flugverkehr in Österreich im 1. Halbjahr mit rund 290 Millionen Euro, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Das ist dreieinhalb Mal so viel, wie die Steuereinnahmen durch die Flugabgabe betragen. Zudem sind die klimaschädlichen Emissionen des Flugverkehrs auf Basis des in Österreich getankten Kerosins mit rund 1,5 Millionen Tonnen auf einen neuen Halbjahres-Höchstwert gestiegen, informiert der VCÖ. Der VCÖ fordert die EU-weite Einführung einer Kerosinsteuer. Mit deren Einnahmen sollen grenzüberschreitende Bahnverbindungen Europas ausgebaut und verbessert werden.
Link zum Artikel/Presseaussendung auf vcoe.at: Artikel
Lobautunnel nicht zu bauen wäre zukunftsvergessen
Das meint Minister Hanke in einem Interview im Standard. Vielleicht meint er: Die Zukunft können wir sowieso vergessen. Also geben wir doch noch einmal richtig Gas.
Seinen Aussagen zur Strategischen Prüfung des Projektes widerpricht einer der Mitautoren, Michael Getzner (er leitet den Forschungsbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik an der TU Wien) ebenfalls in einem Interview im Standard heftig. Hanke meinte im Interview auch, diese Prüfung wäre selektiv auf die Umwelt fokussiert. Das hat es auch in Vorarlberg schon gegeben (Querverweis). Mit dem Argument ist Vorarlberg/Österreich aus der Studie "Nachhaltige Entwicklung des Verkehrssystems im oberen Rheintal" ausgestiegen. Getzner kontert im Interview all die Argumente, die man auch in Vorarlberg für den Bau des Stadttunnels und der S18 immer wieder hört. Was sich die Landesregierung nicht traut oder eben nicht will: Einmal eine Konferenz zur Zukunft des Verkehrs zu organisieren, auf der auch kritische Experten zu Wort kommen. Auf den Tagungen zur Energieautonomie hat das Thema Verkehr keinen Platz.
Arbeiterkammer - Kapitalbasierte Emissionen
Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es einer intensiven Diskussion über die Verantwortung für Treibhausgasemissionen. Derzeitige Emissionsbilanzierungssysteme verorten die Verantwortung entweder bei den Konsument:innen oder den Produzent:innen. Die üblichen THG-Emissisonsbilanzen basieren auf letzerem, d.h. sie werden dem land zugerechnet, in dem die Emissionen anfallen. Bei dieser Methode kommt Österreich derzeit pro Kopf auf ca. 7,5 t. Die konsumbasierten Emissionen sind in Österreich um ca. 50% höher. Das muss man all jenen sagen, die mit dem Finger auf China zeigen, aber in Massen deren Produkte kaufen.Der kapitalbasierte Ansatz von Chancel und Rehm (2023) ordnet Emissionen den Eigentümer:innen von Produktionsmitteln zu. Denn Eigentümer:innen und Aktionär:innen haben direkten Einfluss auf wirtschaftliche Entscheidungen und profitieren von klimaschädlichen Produktionsweisen. Unsere Analyse zeigt, dass die Emissionen stark ungleich verteilt sind: In Österreich entfallen 37,2 % der Emissionen auf das vermögendste Prozent, während die ärmsten 50 % nur 17 % verursachen.
Link: Publikation der AK
Die Vermögenden haben auch sonst das sagen: In den Regierungen, den Parlamenten, direkt oder indirekt über ihre Lobbyarbeit. Wer verhindert die Finanztransaktionssteuer, über die vor Jahren einmal gesprochen wurde? Wer verhindert die Besteuerung von Kerosin? Wer sorgt nicht für Kostenwahrheit im Güterverkehr?
Klimaaufruf der Deutschen Metereologischen Gesellschaft (DMG) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)
Die beiden Gesellschaften haben einen Klimaaufruf 2025 publiziert. Sie warnen in dem Aufruf vor einer möglichen globalen Temperaturerhöhung von 3 °C, die schon 2050 erreicht werden könnte und fordern zu entschlossenem Handeln auf.
Darüber berichten unter anderen die Frankfurter Allgemeine und die TAZ. Vorgestellt wurde der Aufruf beim Extremwetterkongress Ende Sept. 2025 in Hamburg. Pressematerial dazu findet man hier: https://extremwetterkongress.org/presse/
Andere Experten halten dieses Szenario für doch sehr unwahrscheinleich, aber ausschliessen wollen sie es auch nicht.
Erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle
Zu diesem Resultat kommt eine Studie für die weltweite Stromerzeugung im ersten Halbjahr 2025. Man darf das als Meilenstein sehen. Aber man muss schon genau hinschauen. Wir reden nur vom Energiesektor und in den Sektor nur von Kohle. Damit sind die Emissionen in diesem Sektor gegenüber dem Vorhalbjahr um 0,2% gesunken.

Bild: Weltweite Emssionen nach Sektoren aus dem EDGAR Report 2025. Fuel Exploitation sind die Emissionen aus der Gewinnung der fossilen Brennstoffe.
Es gibt auch Erfolge: Österreichs Treibhausgas-Emissionen sinken 2024 um 2,6% - Gedanken dazu
Kürzlich hat das Umweltbundesamt die vorläufige THG-Bilanz für das Jahr 2024 veröffentlicht. Demnach sinken die Emissionen jetzt das dritte Jahr in Folge. Der Verlauf der Reduktion wird jedoch flacher und zurecht warnen die Forscher vor einem Nachlassen der Bemühungen. Obwohl in absoluten Zahlen der Verkehr den größten Rückgang zu verzeichnen hat, liegt dessen Anteil an den Emssionen noch immer bei 29% (19,3 Mill. Tonnen von 66,9 Mill. Tonnen.
Lesen sie mehr dazu:
- In der Publikation des Umweltbundesamtes.
- Im zugehörigen Artikel im Standard
- und in einem Kommentar dazu, ebenfalls im Standard
Jetzt könnte der Verdacht aufkommen, da gibt es Leute, die reden halt alles schlecht. Dem kann man entgegenhalten, dass die Zeichen insgesamt eine optimistische Einschätzung schwer machen. Kürzlich kam mir als Schreiber dieser Zeilen der Gedanke, wir tun deshalb nicht das Notwendige, weil jeder nur zu einem winzigen Bruchteil der Verursacher (um nicht zu sagen Schuldige) ist. Und das läßt sich offensichtlich leicht verdrängen. Fakt ist, es brennen wieder ringsum die Wälder, in Pakistan kommen hunderte Menschen bei Sturzfluten ums Leben. Und was macht Vorarlberg? Während Mobilitätsforscher für die Mobilitätswende plädieren, für einen "Critical Move" Oliver Schwedes, für ein Verkehrssystem ohne eigenes Auto, startet das Land nach ca. 3 Jahren Bauzeit die Enteignungsverfahren für den Bau der Tunnelspinne in Feldkirch, hofft auf die Realisierung der S18, bremst den Ausbau der Radweginfrastruktur und gemeinsam mit der Bundesregierung den Ausbau der Bahn. Beim Bahnhof Klaus ist seit Wochen Stillstand, wobei dort kein behördlich verordneter Baustopp bekannt ist. Am großen Bauplakat ist die Fertigstellung für Ende 2025 angekündigt. Beginnt auch hier Schwarz - Blau oder Schwarz - Blau - Pink zu wirken? Der nächste Prüfstein wird das im Entwurf vorliegende Klimaschutzgesetz sein. Eine völlig zahnlose und dramatisch abgespeckte Version, von dem, was einmal vorlag und schon damals an der ÖVP gescheitert ist. Auch darüber berichtet der Standard
Buchtipp: Oliver Schwedes: Verkehr(t)
Verkehr prägt unsere Lebensweise in modernen Gesellschaften. Gleichzeitig trägt er aber auch in wachsendem Maße dazu bei, die Lebensqualität aller Menschen zu beeinträchtigen und ihre Lebensgrundlagen im globalen Maßstab zu zerstören. Oliver Schwedes widmet sich in diesem Sachbuch der Bedeutung des Verkehrs in der Menschheitsgeschichte. Er betrachtet den Verkehr in seiner Janusköpfigkeit und zeigt, wie er den menschlichen Fortschritt lange befördert hat, bevor er sich zunehmend in sein Gegenteil verkehrte. Das Buch ist ein Plädoyer für eine mutige Verkehrspolitik, die mit dem kapitalistischen Paradigma ‚höher-schneller-weiter‘ bricht.
Buchbeschreibung und Buchcover-Bild: Springer
MORE and MORE and MORE
Das ist der Titel eines neuen Buches von Jean-Batiste Fressoz, eines Umwelt- und Technikhistorikers in Paris, in dem er grundlegenden Annahmen unserer Klima- und Energiepolitik infrage stellt. Die Kernaussage: Eine Energiewende gibt es gar nicht. Der Energeiverbrauch steigt ständig, es kommen neue Energiequellen dazu, sie ersetzen die bisherigen aber bisher nicht.

Quelle und Erklärungen zum Diagramm
Ein Interview mit Jean-Batiste Fressoz kann man im Wochenend-Standard vom 6./7. Juli nachlesen. Es endet mit "Es wird in den kommenden Jahrzehnten keine große technische Änderung geben, die uns helfen wird – sich darauf zu verlassen, ist eine Ausrede, eine Rechtfertigung für Untätigkeit. Selbst eine weitere massive Ausbreitung und Verbilligung von Sonnen- und Windenergie – das sind übrigens alte Technologien, keine neuen – wird das Prinzip der symbiotischen Expansion nicht durchbrechen. Es geht deshalb nicht um Technologie; es geht um Suffizienz, eine Umkehr des Wirtschaftswachstums, eine Veränderung des Lebensstils, letztlich auch um Verteilungsfragen. Am Ende werden wir uns wohl entscheiden müssen, worin wir unser CO2 investieren wollen: Bauen wir aus dem klimaschädlichen Beton neue, glitzernde Wolkenkratzer – oder Schulen und Krankenhäuser?"
Der Wald, die Gier und wir
Dazu passend ein Artikel von Paul Auer, ebenfalls in diesem Wochenend-Standard
Offenbar brauchen wir Menschen einfach noch ein paar Jahre der manischen Maßlosigkeit, ehe wir, wohl gezwungenermaßen, zur Besinnung kommen. Dann wird es den Ziesacherwald vermutlich nicht mehr geben; vieles wird es nicht mehr geben, und sollten wir dazu noch in der Lage sein, werden wir das Smartphone weglegen, uns die Augen reiben und fragen, wie wir all das zulassen konnten: Während die Naturzerstörung für den Menschen existenzbedrohend wurde, psychische Krankheiten grassierten, sich unsere Kinder in einer unregulierten digitalen Welt verloren, sahen wir den einzigen Ausweg darin, immer weiter zu bauen, zu kaufen, abzureißen, wegzuschmeißen, zu verschwenden, zu bauen, zu kaufen ...
Nutzen wir daher den heurigen Sommer noch einmal dazu, unsere Lieblingsorte in der Natur so oft wie möglich zu besuchen: den schönen Platz im Wald, beim Fluss, auf der Alm , das Lustenauer Ried. Denn wer weiß, ob es sie nächstes Jahr noch geben wird, ob sie nicht einer Straße, einem Gewerbepark, einer Wohnanlage, einem Chalet-Dorf weichen mussten. Vor unserer Gier ist schließlich nichts sicher. (Paul Auer, 5.7.2025)
2. Juli 2025 - Flüsse verlieren im Mittel Wasser
Den Originalartikel von Greenpeace findet man hier: GoogleDrive
18. Juni 2025 - Klimaforscher: "Der Fehler liegt in der Politik beim mangelnden Mut"
Kürzlich wurde der zweite österreichische große Sachstandsbericht zum Klimawandel veröffentlicht. Mehrere Medien berichten darüber. Zwei Quellen dazu:
Kernaussagen in diesem Artikel:
- Die Temperatur in Österreich ist seit 1900 um rund 3,1 °C gestiegen – mehr als doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. In Feldkirch waren es in den letzten drei Jahren im Mittel 3.4°
- Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre, Starkregen und Muren nehmen zu – mit erheblichen Folgen für Gesundheit, Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus.
- Vorsorgender Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen sind dabei auf lange Sicht deutlich kostengünstiger als die Bewältigung der Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden.
2) DerStandard
AAR2 ... Second Austrian Assessment Report
Zum Bericht: 2. Sachstandsbericht
Die Scientist for Future (S4F) schreiben dazu in ihrem Newletter:
Begleitend zur Veröffentlichung wurde ein umfassendes Paket zur Wissenschaftskommunikation entwickelt. Dazu zählen unter anderem Kurzvideos, die zentrale Themen des Berichts aufgreifen, mehrere Podcast-Episoden mit Autor:innen, eine Live-Aufzeichnung mit den Science Busters sowie gezielte Erweiterungen und Aktualisierungen auf Wikipedia. Ergänzend dazu laufen koordinierte Social Media-Aktivitäten des CCCA. Zusätzlich sind öffentliche Veranstaltungen in Kooperation mit verschiedenen Partnerorganisationen in Planung. Aktuelle Informationen zu diesen Formaten und Terminen finden Sie laufend auf der AAR2-Website (wie oben) unter den Rubriken „Neuigkeiten“ und „Öffentlichkeitsarbeit“:
Juni 2025 - Klimastatusbericht
Ebenso ist kürzlich der Klimaststusbericht des Climate Change Center Austria, der Boku und der Geosphere Austria erschienen. Die S4F berichten auch darüber in ihrem °Celisus Blog. Dort findet man auch den Link auf den ganzen Bericht.
10. Juni 2025 VCÖ Blog zum Sparpaket der Regierung
Michael Schwendinger bringt es im VCÖ Blog auf den Punkt, wo die Regierung an der falschen Stelle Geld ausgibt.
Die Themen:
- Wohnen wird teurer, pendeln gefördert
- Mehr klimaschädliche Subventionen statt weniger
- Pendeleuro landet bei reicheren Haushalten
Ein Auszug: Der Förder-Dschungel im Pendelwesen Österreichs ist nicht nur undurchsichtig, sondern zudem klimaschädlich – zumal Anreize zur Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel oder dem Fahrrad fehlen. Das Wifo geht daher allein bei Pendelpauschale und Pendeleuro von rund 500 Millionen Euro an klimaschädlichen Subventionen pro Jahr aus. Durch die Verdreifachung des Pendeleuros kommen rund 200 Millionen Euro pro Jahr dazu. Und dass, obwohl sich Österreich im „Nationalen Energie- und Klimaplan“ gegenüber der EU verpflichtet hat, klimaschädliche Subventionen bis zum Jahr 2030 zu reduzieren, sodass der CO2-Ausstoß jährlich um zwei Millionen Tonnen sinkt. Erreichen wir die verpflichtenden Klimaziele nicht, drohen Budgetkosten von bis zu 5,9 Milliarden Euro. Klimaschädliche Subventionen kosten also doppelt.
Und natürlich ist es unverständlicher Fehler, die Normverbrauchsabgabe NOVA für Klein-LKW's (ikl. der Pick-Up's abzuschaffen. Das macht den falschen Motortyp attraktiv.
Lesen Sie den ganzen Blogbeitrag.
3. Juni 2025 - Radwegprojekte in Vorarlberg
Die Radlobby Vorarlberg hat gemeinsam mit einem Personenkomitee „Pro Rad Vorarlberg“ einen offenen Brief an die Landesregierung gerichtet und das in einer Pressekonferenz beim Hafen in Bregenz bekannt gegegeben.
ORF V berichtet darüber. Ein Zitat aus dem Bericht: In einer ersten Reaktion erklärte Bitschi, dass die geforderten Radprojekte auch im Budget abbildbar sein müssten. Frage dazu: Ist das Straßenbauprojekt Stadttunnel oder die S18 im Budget "darstellbar"? Ein anderes Argument von Bitschi ist, das Ziel des Mobilitätskonzeptes des Landes beim Radanteil im Modal-Split sei bereits erreicht. Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit.

Der Radverkehr hat sich dank des E-Bikes den Zuwachs vor allem beim Fußgänger (der gegenüber der letzten Erhebung 3,7% verloren hat) und sogar beim ÖPNV geholt. Beim MIV war die Reduktion seit der lezten Erhebung 1,8%. Man kann auch in Frage stellen, ob die Ziele für 2030 angesichts der THG-Emissionen und anderer Umweltschäden des Verkehrs nicht überhaupt zu wenig ambitioniert waren. Das Ziel beim MIV war für 2030 ein Anteil von 34%. Da fehlen noch ganze 7,1% an Reduktion bzw. Verschiebung auf andere Verkehrsmittel.

Es gab Zwischenziele für 2015, die 2017 alle nicht erreicht wurden. Auch hier sieht man, dass die Verkehrspolitik im Land mit dem Beharren auf den Straßenbauprojekten und der Mutlosigkeit gegenüber dem Autofahrer nicht stimmig ist und man deshalb mit den bisherigen Maßnahmen nicht auf dem Zielpfad ist.
Auch beim ÖPNV ist der immer wieder genannte Erfolg nicht wirklich sichtbar. Gegenüber 2008 hat sich der ÖPNV-Anteil gerade einmal um 0,7% von 12,8 auf 13,5% erhöht.
Und da sind wir bei den Push- und Pull-Faktoren in der Mobilität. Ohne Kostenwahrheit (und dazu gehört auch Parkraumbewirtschaftung) schaffen wir die Wende nicht. Der Großteil der Vorarlberger Gemeinden stellt bei Grundstückspreisen von € 1000,- / m² noch immer Tausende Quadratmeter Parkflächen gartis dem Autofahrer zur Verfügung. Überlegen wir doch, was passieren würde, wenn Jugendliche ein paar Tischtennis-Tische auf solchen Parkflächen aufstellen würden und dort die Bälle fliegen lassen.
Quellen:
Mobilitätskonzept Vorarlberg 2019 und Evaluation aus dem Jahre 2024 dazu
28. Mai 2025 - Knoflachers Gehzeug wird 50
Über den Klimaklartext-Newsletter des Standard haben wir erfahren, Professor Knoflachers Gehzeug wird heuer 50 Jahre.

Bild: Hermann Knoflacher
Hermann Koflacher mit seinem typischen Humor im Interview: Wenn wir mit dem Gehzeug auf die Straße gehen, werden wir von Autofahrern beschimpft. Sie tippen dann meistens mit dem Finger auf den Kopf. Das heißt, sie haben ein sehr gut ausgeprägtes Unterbewusstsein, weil sie merken, wo es bei ihnen fehlt, während andere diese Sachen mit Vergnügen und Humor betrachten.
Das ganze Interview finden Sie hier im Standard
27. Mai 2025 - Verfehlung des Klimaziels könnte Milliarden kosten
In einem sehr informativen und ausgewogenen Artikel berichtet der Standard über eine Studie, die das Finanzministerium in Auftrag gegeben hat und die man dort an unscheinbarer Stelle auch findet. Ein wichtiger Diskussionsbeitrag zum Sparpaket der Regierung.
21. April 2025 - Zum Tod von Papst Franziskus
Am Ostermontag ist Papst Franziskus verstorben, ein über die katholische Kirche hinaus bemerkenswerter Mann. Es lohnt sich zu lesen, was er zur Ausbeutung und Erschöpfung der Welt und zur Klimakrise geschrieben hat. Auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz findet man die Enzykliken, also die Lehr- oder Rundschreiben der Päpste an die Bischöfe, Katholiken oder oft bewußt an alle „Menschen guten Willens“.
Von den Enzykliken "LAUDATO SI" über die Sorge für das gemeinsame Haus (2015) und "LAUDATE DEUM" an alle Menschen guten Willens über die Klimkrise (2023) wissen doch viele und es lohnt sich, sie zu lesen. Letztere ist auch als Beitrag zur nachfolgenden Klimkonferenz COP28 in Dubai zu sehen. So deutliche Worte würde ich mir von der Politik auch wünschen.
15. April 2025 - Klimabericht 2024
Das EU Klimawandelservice Copernicus veröffentlichte den Klimabericht zum Jahr 2024. Wenig überraschend war es ein Jahr der Rekorde. Link zum Original: https://climate.copernicus.eu/global-climate-highlights-2024
Die Zeitung "Der Standard" fasst die Fakten wie folgt zusammen:
- 2024 war das wärmste Jahr in Europa, der Kontinent heizt sich weltweit am schnellsten auf. Fast die Hälfte Europas erreichte Rekordjahrestemperaturen.
- Hitze: Platz zwei der meisten Hitzestresstage seit Aufzeichnungsbeginn; bislang längste Hitzewelle in Südosteuropa (13 Tage, 55 Prozent der Region betroffen).
- Hochwasser: schwerste Überschwemmungen seit 2013. Darunter das Hochwasser im September in NÖ und wenig später in Valencia in Spanien mit mindestens 232 Toten. Die Kosten werden für Europa mit 16,5 Milliarden Euro geschätzt.
- Meere: Oberflächentemperaturen im Mittelmeer mit neuem Rekord (1,2 Grad über dem Durchschnitt; höchster bisheriger Messwert: 28,7 Grad).
- Mangelnde Kälte: Jahr mit den wenigsten Kältestresstagen seit Aufzeichnungsbeginn.
- Klimawandelanpassung: 51 Prozent der Städte haben Pläne dafür und mit der Umsetzung angefangen.
- Aber auch bei den erneuerbaren Energien: Rekordhöhe beim Anteil an Stromerzeugung: 45 Prozent (plus zwei Prozent).
Die Karte von Geosphere Austria für Österreich bräuchte eine neue Farbskala für die Temperatur:

In letzter Zeit hört man öfters, man soll sich mit der Panikmache zurückhalten und über Klimafakten positiv sprechen. Unsere Panik reicht aber für die dringende Bitte, sich dort zurückzuhalten, wo es unseres Erachtens am einfachsten und nur kostensparend für alle wäre, denn wir behaupten: Mindestens jede zweite Autofahrt ist unnötig. Dann würde sich Vorarlberg 600 Millionen für den Stadttunnel und Österreich sich nochmals ein Vielfaches davon für die S18 sparen.

Beim globalen Mittel ist nicht ersichtlich, dass die 1,5° zuletzt 2023 erreicht und 2024 überschritten wurden.
10. April 2025 - Die Gesellschaft ist zu teuer, weil die Politik feige ist
In einem Artikel im Standard schreibt Heinrich Breidenbach neben vielen anderen Beispielen vom Zuckerkonsum bis zur Raumordnung: Wenn in der Verkehrspolitik einseitig auf das Auto gesetzt und aktive, gesundheitsfördernde Mobilität vernachlässigt wird, dann findet das über viele Wege teuren Eingang in die Budgets von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen. und weiters Wenn Wirtschaft und Konsum nicht endlich auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz umgesteuert werden, wird das in Zukunft mit höchster Wahrscheinlichkeit überhaupt alle Budgets sprengen.
Noch zwei Beispiele: Der Raum Vorderland ist eine KEM und KLAR Region. In meiner Umgebung beobachte ich, wie in den letzten Monaten mehrere Vorplätze asphaltiert wurden. Die Politik traut sich nicht, für versiegelte Flächen jährliche Kanalgebühren einzuheben.
Das mit der Mobilität muss man in Vorarlberg etwas differenzierter sehen. Für den ÖPNV und die sanfte Mobilität hat man durchaus Geld ausgegeben. Der Verkehrsverbund Oberes Rheintal hat das Angebot (auch mit Födergeldern aus dem Klimaticket-Topf) mit dem Fahrplanjahr 2024 massiv erhöht. Für die Gemeinden bedeutet das trotz der zeitlich befristeten Föderung eine Kostensteigerung von ca. 40%. Der Erfolg bei den Fahrgastzahlen steht in keiner Relation zu diesen Mehrausgaben. Das Angebot ist fast ausgereizt, jetzt wären Push-Maßnahmen notwendig. Über die naheliegenste - die konseqeunte Parkplatzbewirtschaftung in den Gemeinden, bei den Freizeitanlagen und den Ausflugzielen in den Berggemeinden - wurde zuletzt wenigstens gesprochen. Die Wahlen sind vorbei, jetzt muss man handeln!
3. April - Neues bei Neustädter - Hans Joachim Schellnhuber zu Gast
Am 3. April war der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber in Vorarlberg. Er war Gast bei "Neues bei Neustädter" und am Abend dann Hauptredner bei der 10. Veranstaltung zum Tag der Mutter Erde im Vinomnasaal in Rankweil. In seinem Vortrag hat er dargestellt, was mit der Erwärmung noch auf uns zu kommt. Er hat aber auch eine Lösung präsentiert, die in ihrer Einfachheit vielleicht verblüfft: Weltweit Bäume pflanzen. Sehr viele - Milliarden. Für Vorarlberg würde das bedeuten. Für jedes in Vorarlberg geborene Kind 50-60 Bäume zu pflanzen. Dann aber die Bäume nach ihrer Wachstumsphase nicht als Biomasse zu verheizen, sonders sie als Baumaterial zu verwenden. So würden sie weitere 100 Jahre das aufgenommenen CO2 speichern. Die Sendung auf Radio Vorarlberg kann man hier noch nachhören.
1. April - Vorarlberg heute
Nach der Veröffentlichung des öffentlichen Schuldenstandes durch die Statistik Austria brennt der Hut. Die Zahlen für Vorarlberg: Der Schuldenstand des Landes ist mit Ende 2024 von 587 Millionen auf 713 Millionen Euro gestiegen. Dazu ist Landeshauptmann Wallner im Studio zum Interview. Ein paar Floskeln dazu, wo denn jetzt überall gespart werden muss. Kein Wort zum Stopp von bereits mit der Schweiz, mit Gemeinden vereinbarten Projekten zum sanften Verkehr. Und keine Frage zur Option, dumme Straßenbauprojekte zu stoppen, die bei der Finanzlage wieder auf Pump finanziert werden müssen. Für den Stadttunnel sind das am Ende weitere ca. 500 Millionen Schulden. Schulden, deren Zinsendienst finanziert werden muss und Tunnelstraßenkilometer, deren Wartung und Betriebskosten jährlich mehr als eine Million Euro betragen werden. Dazu keine Frage von Daniel Rein. Ein Beispiel dafür, wie unkritisch und jede unangenehme Frage vermeidend der ORF Vorarlberg Interviews führt. So interviewt man in Staaten mit gleichgeschalteten Medien die Regierungschefs. Warum dieser gewaltige Unterschied zu bundesweiten Nachrichtensendungen aus Wien?
Sendung verpasst? Vorarlbergheute vom 1. April 2025
15. Feb. 2025 - Klimapolitik als Zerreißprobe
Wieder ist es der Standard, der nicht nur über den Ukrainekrieg, sondern auch über andere Themen bei der Münchner Sicherheitskonferenz berichtet. Denn aus dem offiziellen "Munich Security Index 2025", den die Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht hat geht hervor: Als größtes Sicherheitsrisiko gelten "Extremwetterereignisse und Waldbrände". Auf Platz zwei: die Klimakrise im Allgemeinen. Mehr dazu lesen Sie hier: DerStandard
3. Feb. 2025 - Aus den Newsletter der S4F
Es kündigt sich an, dass Blau-Schwarz keine konsequente Klimaschutzpolitik mehr machen wird. Die Wissenschaftsfeindlichkeit wird plötzlich zum Markenzeichen von Regierungen. Eine kaum zu glaubende Ungeheuerlichkeit, die uns viel Geld und auch Leben kosten wird. Im Februar Newsletter der S4F wird das mehrfach thematisiert. Zum Beispiel auch, dass Extremwetter und andere Katastrophen 2024 weltweit Schäden von 368 Milliarden USD verursacht haben. Deshalb haben sich Wissenschaftler mit einem besorgten Schreiben an die Politik gewandt. Sie fordern in den Schreiben das, was jetzt richtig und wichtig wäre. Wenn man das liest: Es kann doch nicht schwer sein, diesen Vorschlägen zu folgen. Alles andere ist einfach Dummheit. Mehr...
29. Jänner 2025 - VOLLGAS
Eine Analyse von Johannes Huber auf dieSubstanz.at über die FPÖ und ÖVP als Autofahrerpartei.
"Warum die FPÖ „Autofahrerpolitik“ wie in den 1960er Jahren betreiben möchte und die ÖVP nichts dagegen einzuwenden hat."
Die Werte des Umweltbundesamtes zu der Graphik mit den Emissionen findet ihr hier
10. Jänner 2025, Copernicus - The 2024 Annual Climate Summary
2024 war jetzt nach 2023 das zweite Jahr in Folge mit den bisher höchsten Durchschnittstemperaturen. Mit +1,57° gegenüber den Jahren 1850 - 1900 wurde auch das Pariser Ziel von 1.5 °C erstmals überschritten. Gegenüber der Periode 1991-2020 waren es gloabl +0,72 °C, in Europa +1,47 °C.
8. Jänner 205 - Wissenschaftlerin des Jahres
Die Klimaökonomin Sigrid Stagl ist Wissenschaftlerin des Jahres 2024. In einem Interview mit dem Standard sagt sie:
Mir wäre es persönlich viel lieber, wenn wir mit Wachstum nachhaltig wirtschaften könnten. Dann könnten wir ... Nur mit den empirischen Befunden, die wir haben, glaube ich einfach nicht, dass sich das ausgeht. Und ich würde mich so freuen, wenn ich Unrecht hätte und ich eines besseren belehrt würde. ...
Da meinen auch wir, das wird in der Wirtschaft, von den Menschen, von der Politik und hier insbesondere in den Reihen der ÖVP und der FPÖ völlig verdrängt.
Jänner 2025 Newsletter der Scientiest for Future
Im aktuellen Newsletter der S4F wird ein Beitrag nochmals veröffentlicht, den Martin Auer schon am 17. Dez als Reaktion auf einen Kommentar veröffentlicht hat. So beginnt der Artikel:
Ein Leser oder eine Leserin meines Blogs im „Standard“ kommentierte kürzlich „Auch FFF (und darunter Scientists for Future) waren ja bisher auch nicht erfolgreich mit ihrem Plan, die Politik zu nötigen, dass sie drastische Einschränkungen gegen die Bevölkerung verordnet.“
M. Auers Antwort:
„Warum soll das Klimaticket eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll eine Fernheizung, die durch Erdwärme betrieben wird statt durch Gas eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum sollen Förderungen für PV-Anlagen Maßnahmen gegen die Bevölkerung sein?
Warum sollen Förderungen für heizkostensparende Wärmedämmung Maßnahmen gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll Hochwasserschutz eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll mehr Grün in der Stadt eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll die Förderung gesunder Bewegung (sprich Radfahren und zu Fuß gehen) eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll das Zurverfügungstellen von öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maßnahme gegen die Bevölkerung sein?
Warum soll das Einrichten von Elektrotankstellen eine Maßnahme gegen…“
Mehr Zeichen gab das Kommentarfeld nicht her.
https://at.scientists4future.org/
30. Dez. 24: Schwarz-Blau wirkt: "Landesregierung schafft Klimareferat ab"
Das ist die Schlagzeile eines Beitrages auf vorarlberg.orf.at
16. Dez. 24 - Koalitionsverhandlungen
Aus einem Artikel im Standard:
Prinzipiell sind die Neos der Ansicht, dass die Verhandlungen mit den 33 Untergruppen zu kleinteilig gestaltet sind. Sinnvoll wäre es, jetzt auf fünf Kernbereiche umzusteigen, in denen die großen Themen wie Bildung, Demokratie, Pensionen oder Steuern verhandelt werden. In den jetzigen Verhandlungsgruppen sei ein Mangel an Führung und viel zu wenig Dynamik erkennbar, beklagen die Neos.
Inhaltlich geht es der pinken Partei zum Beispiel um eine Reform des Kindergartens. Es soll künftig zwei verpflichtende Kindergartenjahre geben und für diese einen Lehrplan in Deutsch. Der Pensionsantritt soll nach hinten geschoben werden, die Einkommenssteuer neu aufgesetzt werden. Parteienfinanzierung und Inseratenvergabe sollten zurückgefahren werden, stattdessen sollten die Medienförderung und die ORF-Gremien neu aufgestellt werden.
Es war hier schon davon die Rede, dass es eigentlich nicht so schwierig sein sollte, angesichts der multiplen Krisen, so weit es in unserer Macht steht, einfach das Richtige zu tun. Und das findet man hauptsächlich bei den NEOS (mit Ausnahme einer Erbschafts- oder Vermögenssteuer). Denn was aus obiger Aufzählung wäre falsch? Da ist nichts, was man in 33 (!) Untergruppen diskutieren und zerreden müßte. Schade nur, das der Klimaschutz kein wichtiges Thema mehr ist. Da fehlen halt doch die Grünen.
14. Dez. 24 - FALTER Newsletter NATUR
Gerne bewerben wir auch den FALTER Newsletter. Die aktuelle Ausgabe hat den Titel "Warum 2025 ein gutes Jahr für das Klima werden könnte". Dieser Optimismus des Klimaökonomen Gernot Wagner ist ein Beitrag zu etwas Weihnachtsfrieden im Gehirn. Auch er meint wie Helga Kromp-Kolb "Für Pessimissmus ist es zu spät". Zudem für solche, die noch passende Bücher als Weihnachtgeschenk suchen, eine Liste von Büchern, in denen auch unsere Empfehlungen vorkommen.
40 Jahre Hainburg
In einer Pressekonferenz anlässlich „40 Jahre nach der Aubesetzung Hainburg“, stellen 5 profilierte Vertreter*innen der Hainburg-Bewegung die heutige Bedeutung dieses zeithistorischen Ereignisses dar und fordern Energie und Klimawandel sowie Biodiversität und Natur nicht als Gegensatz zu sehen, sondern zusammenzudenken.
OTS - Presseaussendung # ZIB History im ORF # Wikipedia Artikel
Weltklimakonferenz in Baku
GERMANWATCH.org # DERSTANDARD.at # SPEKTRUM.de # scientists4future (3 Kommentare)
Siehe auch den Beitrag hier.
Abstimmung über Autobahnausbau in der Schweiz
In der Schweiz stellt sich das Stimmvolk gegen den Ausbau von sechs Autobahn-Teilstücken. 52.7 Prozent der Stimmenden sagen Nein, 47.3 Prozent sagen Ja.
Ein Detail aus den Interviews: "Wenn heute nur die Männder abgestimmt hätten, dann wäre diese Autobahnausbauvorlage wahrscheinlich deutlich durchgekommen.
Nachtrag: Demos und das Landesverwaltungsgericht Vorarlberg
In einem Artikel im Standard wird auf die unterschiedliche Rechtssprechung am Vorarlbegrer Landesgericht hingewiesen.
Wir sind da Zeugen erster Hand. Auch ich (Zeiner) habe unter anderem damit argumentiert, das zum Zeitpunkt meiner Wegweisung, der ich nicht Folge geleistet habe, keine Sitzung im Gange war, denn ich hätte mich ja wenige Minuten vorher mit Abgeordneten unterhalten, die gerade auf dem Weg in die Mittagspause waren. Meine Beschwerde wurde schon schriftlich abgelehnt, ich wurde nicht einmal zu einer Verhandlung eingeladen. Kurz danach haben ja alle Fraktionen beim Bund den Antrag eingebracht, das Versammlungsverbot am Tag einer Sitzung auf 24 Stunden auszudehnen. Begründung: Um die unklare Rechtslage zu beseitigen. Der eigentliche Skandal aber ist, dass sich kein Regierungsmitglied den Demonstranten stellt und ein Angebot für ein Gespräch macht.
Vatikan News
Jesuit Alt wegen Protest-Aktion verurteilt: „Zahle keine Strafe, gehe ins Gefängnis“
Jesuitenpater Jörg Alt, der in den vergangenen Jahren mit Sitzblockaden für das Klima gekämpft hat, will die gegen ihn vom Gericht verhängte Geldstrafe von 500 Euro nicht zahlen. Stattdessen sei er bereit, diese ersatzweise 25 Tage lang im Gefängnis abzusitzen, ließ Alt in seiner am Dienstag in Nürnberg veröffentlichten Erklärung wissen.
Auch in Vorarlberg wurden im letzten Jahr mehr als 100 Personen vom Verwaltungsgericht zu Strafen verurteilt, weil sie während Landtagssitzungen innerhalb der Bannmeile vor dem Landhaus für den Stopp von Straßenbauprojekten und damit für mehr Klimaschutz protestiert haben. Kein Regierungsmitglied hat den Protestierenden ein Angebot zu einem Gespräch gemacht, sondern gemeint sich mit einem Großaufgebot an Polizei vor den völlig friedlichen Menschen schützen zu müssen. Ausführliche und fundierte Rechtfertigungen haben die Richter:innen am Verwaltungsgerichtshof nicht beeindruckt. Notstand wird nicht akzeptiert, nur mit juristischen Spitzfindigkeiten wie eben der Interpreatation von Texten, die ein Jurist formuliert, hätte man vielleicht eine Chance. Und medienwirksam ersatzweise ins Gefängnis kann man nur, wenn man mittellos ist. Als Pater kann Jörg Alt das argumentieren. Für andere wäre eine Spende für die Armen der Welt wohl sinnvoller ausgegeben als für eine Verwaltungsstrafe.
11. Nov. 24 - ORF Vorarlberg - Dornbirner Innenstadt unter Druck
Während der Messepark in Dornbirn weiter ausgebaut wird, schließen immer mehr Geschäfte in der Innenstadt. Geschäftstreibende klagen über hohe Mieten und fehlende Kunden. Manche Händler kämpfen mit Online-Verkäufen gegen den Trend – doch viele erwarten, dass noch mehr Geschäfte zusperren werden.
Das sind die Fehler der Raumplanung in den letzten Jahrzehnten. Die autogerechten Einkaufszentren auf der grünen Wiese an den Rändern der Städte und am Autobahnanschluß. So erzeugt man Verkehr! Baut als nächstes neue Straßen, die den zunehmenden Verkehr ermöglichen. Ein Teufelskreis, der mit den aktuellen und baldigen Regierungsparteien bis zum Kollaps der Erde kein Ende nimmt.
Statistik Austria - Aktueller Energiebericht
Es ist gut, wenn es der aktuelle Energiebericht der Statistik Austria und ein Interview mit dem Leiter des Energieinstituts auf die Titelseite der VN (11.Nov.) schafft. Man soll die positiven Nachrichten verbreiten, soll aber nicht vergessen, dass der Verkehr noch immer mit 33% der Hauptverbraucher von hauptsächlich fossiler Energie ist.
3. Nov. 24 - Aus dem November Newsletter der Scientiest for Future Österreich
Kürzlich ist der monatliche Newsletter dieses Zusammenschlusses von Wissenschaftler:innen eingelangt. Den Großteil der Inhalte findet man auf deren Webseite. Eine Auswahl:
- Earth Commission Report: Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für die Sicherheit des Planeten und der Menschen
- Klima Overshoot: Gibt es ein Zurück nach 1,5 Grad Celsius?
- Fachleute fordern: Weg vom Angst-Modus in der Klimakommunikation
- Strenge Regulierungen können positive Kippunkte auslösen. CO2-Steuern, Subventionen für saubere Technologien oder strenge gesetzliche Auflagen? Was wirkt am besten?
- ...
Okt. 24 - Der Klimawandel wird für Menschen immer gefährlicher
Wann kapieren wir es endlich? Jahresniederschlagsmengen in wenigen Tagen in Niederösterreich, jetzt in wenigen Stunden in Spanien. Laufend monatliche Rekordtemperaturen am Land und in den Meeren. Der Rest ist dann angewandte Physik.
Dazu ein Artikel im Spiegel
Okt. 24 - "Der automobile Mensch" - Filmvorführung in Feldkirch
Immerhin schafft es die Vorführung in Feldkirch in den Lokalteil von VOL.at
27. Okt. 24 - ORF Ö1 Hörtipp zum Nachhören
Gedanken des Ökologen und Naturschützers Ulrich Eichelmann.
"Wer in Deutschland oder Österreich lebt, hat noch nie einen Fluss gesehen", behauptet der Ökologe und Naturschützer Ulrich Eichelmann. Es gäbe nur noch verbaute Wasserstraßen.
Das stimmt so nicht ganz. Wer schon einmal idealerweise mit dem Fahrrad durch das Isartal von Wallgau bis zum Sylvenstein-Stausee gefahren ist oder der Lech entlang von Lech bis Reutte gewandert ist, wird das nicht bestätigen. Aber ja, in der Sendung geht es um mehr als einige Kilometer naturbelassene Flüsse. Interessant sind die Erfahrungen und Überlegungen von Herrn Eichelmann zu zivilem Widerstand, Protest und Engagement für den Schutz der Natur./p>
Okt. 24 - Verkehrsprognose 2040 für Deutschand und andere Fehlentwicklungen
In Deutschland hat das Verkehrsministerium die neue Verkehrsprognose für das Jahr 2040 vorgestellt.
Darüber berichtet "DIE ZEIT ONLINE" in diesem Artikel.
Die Kernaussagen
- Deutlich mehr Güterverkehr
- Auto bleibt Nummer eins
- Starker Anstieg auf der Schiene und in der Luft
- CO₂-Emissionen sollen sinken
- Wissing will in alle Verkehrsträger investieren
- Allianz pro Schiene kritisiert die Prognose
Die zugehörige Pressemitteilung des Ministeriums für Digitales und Verkehr, geleitet von Volker Wissing, mit Links zur Zusammenfassung und zur Langform der Studie. Volker Wissing ist jener FDP Mann, der auch in der Büchern von Jonas Scheible und Katja Diel genannt wird und einen katastrophalen Job für den Klimaschutz und eine Mobiltätswende macht.
In einem anderen Artikel berichtet die Zeit unter dem Titel Und sie bauen einfach immer weiter
Okt. 24 - Wir sind die beste Autopartei! Nein, wir!
FALTER.Natur DER NACHHALTIGKEITS-NEWSLETTER
Okt. 24 - Newsletter Natur der Zeitung Falter
Ein Text zu FPÖ und Klimawandel und zu möglichen Koalitionen nach der Wahl.
FALTER.Natur DER NACHHALTIGKEITS-NEWSLETTER
Okt. 24 - Factsheet VCÖ zum Nutzen des Gehens
Warum sich Investitionen in eine gute Infrastruktur für das Gehen lohnen.
Podcast Episode 64 "Mobil im Ländle, Abschied vom Auto" von "pure leben"
Beim UWYH-Festival 2024 war Karlheinz Zeiner am Podium zum Thema Mobilität. Hier findet man die Podcast-Episode zum nachhören.
Nicht mehr Platz hatten Fragen wie "Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Schritte, die Vorarlberg unternehmen muss, um autofreier zu werden?"
Dazu meint Karlheinz Zeiner
- Keine neuen Straßen bauen!
- Flächendeckende Parkraumbewirtschaftung!
- Den Treibstoffpreis der Schweiz anpassen!
- Das Angebot im ÖPNV erhalten und ausbauen, ohne dass die Qualität wegen Ressourcenmangel leidet. Dafür vorbereitet sein, die Beförderungskapazität erhöhen zu müssen.
- Es ist Zeit für Straßenbahnen, meines Erachtens vor allem auch deshalb, weil die den Strom nicht aus Batterien holen müssen.
- Die Politik müsste in der ganzen Energiespardebatte (sprich Energieautonomie) den Mut haben, uns zu sagen, wenn ihr Energie sparen wollt, dann lässt doch einfach euer Auto stehen. Kürzlich ist mir folgender Gedanke gekommen: Eigentlich ist Auto fahren so, als ob man pro Auto einen zusätzlichen Heizkessel vor das Haus ins Freie stellt und damit pro Jahr noch einmal die Brennstoffmenge des Heizkessels in die Luft verfeuert. Und darüber wird viel zu wenig geredet.
- Carsharing und Mitfahrbörse nützen!
- Keine neuen Verbrenner Autos verkaufen und die vorhandenen mit stark reduzierten Jahreskilometern sparsam zu Ende fahren.
- Noch mehr PV-Anlagen bauen und den Akku des E-Autos im Stromnetz auch als Stromspeicher für den Haushalt nützen.
D.h. es braucht eine Fülle von Maßnahmen, um das tatsächlich zu erreichen, was der Bau von neuen Straßen nur verspricht aber nicht halten kann, nämlich weniger Verkehr. Reinhard Seiß hat mich darauf aufmerksam gemacht, warum vor allem die Politik nur die neue Umfahrungsstraße als Lösung sieht. Es ist die gleiche populistische, vereinfachende Masche, die halt erfolgreicher ist, als komplexere Zusammenhänge selber zu begreifen und für den Wähler schmackhaft zu verpacken.
28. Sept. - Mit welchen Ausreden verhindern ÖVP und FPÖ Klimaschutz?
Der Klimapsychologe Thomas Brudermann über das politische Scheitern des "Hausverstands" und die Frage, wie die Unwetterkatastrophe das Wahlverhalten noch beeinflussen kann.
25. Sept. - Zum Wahlverhalten der Österreicher
Der in Berlin lebende Künstler Peter Truschner fragt sich in seinem Gastkommentar im Standard, warum so viele Österreicherinnen und Österreicher wählen, wie sie wählen - und hat eine Antwort parat.
19. Sept. 2024 - Oliver Vitoch, Präsident der Rektorenkonferenz APA, ORF Kärnten
Ein beispielloses Ausmaß an „Scheinheiligkeit und Doppelzüngigkeit“ ortet Oliver Vitouch, Präsident der Universitätenkonferenz (uniko) und Rektor der Uni Klagenfurt, angesichts vieler politischer Reaktionen auf das aktuelle Hochwasser und den Einfluss des menschengemachten Klimawandels.
Er kritisierte ein institutionalisiertes Wegschieben von Verantwortung und der Einsicht in wissenschaftlich klare Zusammenhänge, das mittlerweile eine „bittere Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger“ sei, so Vitouch zur APA. Das Ausmaß an Leugnung des Klimawandels und seiner Auswirkungen auf immer größere Bereiche des Lebens sowie die „Kriminalisierung“ von Menschen, die darauf aufmerksam machen, seitens politischer Kräfte etwa aus der FPÖ oder ÖVP, lasse ihn an eine „Realsatire“ denken, wo beim Blick nach oben der sich nähernde Komet schon mit freiem Auge zu sehen ist, man aber kalmiert und darum bittet, einfach nicht hinaufzusehen.
Es scheint, als würden hier „die Gesetze der Logik außer Kraft gesetzt“, sagte der Rektor der Universität Klagenfurt: „Das ist Realitätsverleugnung, wie sie bei (George, Anm.) Orwell im Buche steht. ...“
14. Sept. 2024 - Radio Vorarlberg - Hoffnung
Kommende Woche startet das Philosophicum in Lech. Sozusagen zur Einstimmung bringt „Focus“ einen Vortrag des Historikers Philipp Blom, den er 2023 dort gehalten hat. Das Symposium stand damals unter dem Motto „Alles wird gut - Zur Dialektik der Hoffnung“.
NEUE am 13. Sept. 2024
Die NEUE berichtet als Titelgeschichte ausführlich über die Verhandlung am Verwaltungsgericht des Landes. Im Zusammenhang mit Versammlungen während der Sitzugen des Landtages ist es ja zu hunderten Anzeigen gekommen. Auch mehrere Mitglieder der "Grosseltern für Enkelkinder" haben Strafverfügungen der BH bekommen, Rechtfertigungen und Beschwerden gegen die Strafverfügungen eingereicht. Die Beschwerden wurden teils abgelehnt, teils kommt es zu mündlichen Verhandlungen. Über eine dieser Verhandlungen berichtet die NEUE.

Bild: NEUE Vorarlberger Tageszeitung, Hartinger
Klimapolitikgrenzen
Johannes Huber schreibt auf "diesubstanz.at" am 08. Sep 2024:
Österreich zählt zu den EU-Ländern, die am weitesten von Emissionszielen entfernt sind. Das wird sich in den kommenden Jahren kaum ändern. Ein Großteil der klimaschädlichen Verkehrsförderungen wird wohl bleiben.
Wirksamkeit von Klimaschutzpolitik
Kürzlich wurde eine groß angelegte Studie zur Wirksamkeit von Klimaschutzpolitik publiziert. Ein Kommentar dazu in der TAZ und für Freaks der Link zum Originalartikel in Englisch im Magazin Science.
Und wenn schon einmal auf die TAZ verwiesen wird gleich noch eine Geschichte, die zur Streichung von klimaschädlichen Subventionen passt, wie sie der Energie- und Klimaplan vorschlägt.
Klimaschädliche Subventionen
Ein Artikel in der TAZ mit Zahlen für Deutschland.
Zahlen für Österreich laut einer Studie des WIFO:
Zitat aus einem Artikel auf der Webseite des Ministeriums:
Im Durchschnitt der letzten Jahre belief sich das Volumen der klimakontraproduktiven Förderungen in Österreich auf 4,1 bis 5,7 Milliarden Euro.
Der größte Anteil betrifft mit 61 Prozent Fördermaßnahmen für den Verkehr. Die Bandbreite beträgt 2,5 bis knapp über 4 Milliarden Euro. Davon entfallen rund drei Viertel auf den Straßenverkehr und ein Viertel auf Luftverkehr und Schifffahrt. Mit diesen steuerlichen Maßnahmen werden entweder die Kosten von Treibstoffen bzw. die Nutzungskosten bestimmter Verkehrsträger gesenkt oder die Anreize für die Kaufentscheidung, die effiziente Fahrzeugnutzung oder den Umstieg auf klimafreundlichere Verkehrsträger reduziert.
Im Jahre 2022 waren es im Kontext der Energie- und Gaskrise sogar 14,5 Milliarden.
Faktum ist, Energie war viel zu lange viel zu billig, es gab Jahrzehnte keinen Anreiz, mit Energie sparsam umzugehen. Man hätte z.B. schon immer mit einer flexiblen Steuer insbesondere den Preis für fossile Energieträger konstant auf einem Niveau halten können, das zu Anreizen für Investitionen zum Sparen von Energie führt. Ist der Preis am Markt hoch, kann man die Steuer senken und umgekehrt.
In einer weiteren Studie des WIFO vom Jänner 2024 wird vorgerechnet, dass (zusätzlich zu den Subventionen) die Kosten des Klimawandels pro Jahr die öffentliche Hand 5,4 bis 7 Milliarden € kostet.
Der Kampf um das Dieselprivileg
Artikel in der Wiener Zeitung (24. Aug. 24)
Wer sind hier die Staatsgefährder? Klimaplan, Transparenz - 20. Aug. 24
Gleich mehrere interessante Kommentare und Berichte im Standard am 20. August.
Unwetterschäden
Zu den aktuellen Starkregenereignissen und Unwetterschäden und dem Verhalten der ÖVP: Wer sind hier die Staatsgefährder?
Der nationale Klimaplan:
Ministerin Leonore Gewessler gab heute die Eckpunkte des überfälligen Klimaplanes bekannt. Zusatz von Seiten der ÖVP: Was die Abschaffung der klimaschädlichen Subventionen betrifft, das muss sich eine Arbeitsgruppe jetzt zuerst einmal anschauen. Was der nationale Klimaplan beinhaltet
Coronahilfen
Zu den Coronahilfen in Vorarlberg: Landesregierung in Bregenz verrät partout nicht, wer Coronahilfen bekam.
Neufassung einer Streuwiesenverordnung (Naturschutzgebiete)
Verordnungen, Verfahren zur Raumordnung und/oder zum Naturschutz legt die Landesregierung gerne in die Ferienzeit. Das aktuelle Beispiel: In unserem Netzwerk ist es am 20. August aufgetaucht: Die Neufassung einer Verordnung zu den Streuwiesen im Rheintal und Walgau: Auflagezeit und Frist für Stellungnahmen: 22. Juli bis 23. August. Schon am Morgen des 23. August nicht mehr abrufbar: https://vorarlberg.at/-/verordnung-der-landesregierung-streuewiesen-biotopverbund-rheintal-walgau
Der Absatz 2 im §1, er war schon immer in der Verordnung enthalten, sorgt für Aufregung
§ 1 Schutzgebiet
(1) Die in den Anlagen 1 bis 50, einschließlich der Erläuterungen dazu, rot ausgewiesenen Grundflächen in der Talsohle des Rheintals und des Walgaus sind nach dieser Verordnung als Naturschutzgebiet geschützt.
(2) Für die Grundflächen im Bereich der geplanten „Bodenseeschnellstraße S 18“, bzw. einer sich aus der strategischen Prüfung im Verkehrsbereich (SP-V) ergebenden Nachfolgelösung dieser Trasse, erlischt die Unterschutzstellung mit der Inanspruchnahme für diesen Zweck.
Da wird gleich klar gestellt, wie die Prioritäten auch im Jahre 2024 noch sind. Vorrang für den Straßenbau. Wenn es uns die Straßen in den Bergen wegspült, dann bauen wir halt neue Straßen durch das Ried in der Talsohle.
Das Theater mit der Zukunft (Aug. 24)
Armin Staffler ist das gemeinsam verwendet Wort "Jetzt" in Forumtheater-Projekt "Jetzt" und Mobilitätswende "Jetzt" aufgefallen und er hat uns den Projektbericht zu einem Projekt zugesandt, das inspiriert durch ein Projekt mit der KLAR-Region Vorderwald/Egg unter dem Titel "Man könnte, man sollte, man müsste..." im Tirol durchgeführt wurde. Die Ausgangsfrage dort lautete: "Wie lassen sich Entscheidungen mit Weitblick treffen?".
Im Projektbericht findet man einen wichtigen Satz von Rob Hopkins
„Wenn wir auf Regierungen warten, wird es zu spät sein.
Wenn wir einzeln handeln,
wird es zu wenig sein.
Aber wenn wir gemeinschaftlich handeln,
könnte es gerade ausreichend und gerade rechtzeitig sein."
Vielen Dank an Armin Staffler und an spectACT.
Letzte Generation gibt in Österreich auf (6. August 24)
Kernaussagen aus deren Aussendung: Die Regierung habe in den vergangenen zwei Jahren mit kompletter Inkompetenz geglänzt und die Bevölkerung habe sich für die «fossile Verdrängung entschieden». Wir sehen ein, dass Österreich weiter in fossiler Ignoranz bleiben will und damit in Kauf nimmt, für den Tod von Milliarden von Menschen mitverantwortlich zu sein. Die Gesellschaft hat versagt. Uns macht das unendlich traurig.“
Harte Worte, es ist aber etwas überspitzt formuliert die Wahrheit. Es ist ja nicht so, dass die Politik überhaupt nicht handelt. Es wird ein wenig gebremst, erforderlich wäre allerdings eine Notbremsung. Wenn nicht einmal die Forderung nach Tempo 100 erfüllt wurde, dann stimmt das mit der "komplette Inkompetenz". Das ist ein Vorwurf an jeden einzelnen Nationalratsabgeordneten, der dieser einfachen Maßnahme bis heute nicht zustimmen würde. Wir als Gesellschaft versagen tatsächlich, versagen wegen einem potentiell tödlichen psychologischen Phänomen, der kognitiven Dissonanz und der damit verbundenen kollektiven Verdrängung. Wäre der beste Klimaschutz, uns auf die Couch zur Therapie zu schicken? Siehe dazu den Artikel vom 11. August 2022 in der Zeit.
Klimaschutzklagen - Verfassungsgerichtshof (Juli 24)
Ein Kommentar im Standard von Wilmhelm Bergthaler, er ist Rechtsanwalt und Universitätsprofessor für Umweltrecht an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Seine Kanzlei Haslinger/Nagele Rechtsanwälte GmbH führt mehrere Verfahren für Unternehmen gegen Blockaden der Energie- und Klimawende; sie hat den im Text erwähnten Wissenschafter vor dem VfGH vertreten.
Betonschätze Österreichs
Die Tunnelspinne ist Sieger in Vorarlberg!
Schaut euch die Bilder an: Betonschätze Österreichs
und denkt an das Gejammer und die Argumente der ÖVP (Ernährungssicherheit) wegen dem Renaturierungsgesetz.
Olympische Spiele: Das Mobilitätskonzept in Paris
Ein Artikel mit dem Titel "Der Kampf der Olympia Gastgeberin gegen die Autos" im Manager-Magazin.
Die ÖVP als ewiggestrige Straßenbau- und Verbrenner-Lobbyist (Juli 24)
Die beiden Bücher von Christian Stöcker und Katja Diehl zeigen eindrücklich, wie verkehrt es war, "Zeug" zu verbrennen und unsere Mobilität so sehr auf das Auto ausgerichtet zu haben. Was passieren muss, um uns aus dieser Abhängigkeit zu befreien, ist längst klar. Seit Jahrzehnten verhindert die Lobby jener, die mit Kohle, Öl, Gas und mit Autos, die immer weniger nur den Zweck erfüllen, im besten Fall 4-5 Personen von A nach B zu bringen ihr gutes Geld verdienen die Transformation der Energieversorgung und der Mobilität. Nach rückwärts gerichtete Politik finanziert und subventioniert dieses Geschäftsmodell noch immer mit Verbrenner-Rettungsversuchen und Straßenbauprojekten.
DerStandard-16-Juli-2024 - Wallner sieht Gewessler im Irrgarten
DerStandard-17-Juli-2024 - Nehammer verspricht Straßenbauprojekte
Renaturierungsverordung
Eine Wiederaufnahme des Themas, weil es diesen guten Artikel im Standard dazu gibt und weil am Ende dieses Artikels auch die Quelle zum Originaldokument angegeben ist:
Tempolimits - Emissionen des Verkehrs (6. Juni 24)
Der VCÖ berichtet im aktuellen Newsletter einmal mehr über die Tempolimits als die „low hanging fruits“ im Klimaschutz:
Der Verkehr war in Österreich im Jahr 2023 für rund 20 Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Die verkehrsbedingten Emissionen sind niedriger als im Vor-Corona-Jahr 2019, aber um 6,2 Millionen Tonnen höher als im Jahr 1990. Damit ist der Verkehr der einzige Sektor, der heute mehr klimaschädliche Emissionen verursacht als im Jahr 1990. Alle anderen Sektoren haben ihre Emissionen reduziert: Der Gebäudesektor beispielsweise um 52 Prozent im Jahr 2023 gegenüber dem Jahr 1990, obwohl die Bevölkerungszahl und die Zahl der Gebäude in Österreich stark gestiegen sind. Der Verkehr muss einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als bisher, auch damit Österreich seine Klimaziele erreichen kann. Zuletzt hat ein Team aus über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mehr als 1.400 Klimaschutzmaßnahmen, die im Rahmen der Konsultation zum NEKP (Nationaler Energie- und Klimaplan) zusätzlich vorgeschlagen wurden, auf ihre Wirksamkeit und Umsetzbarkeit bewertet.6 Als eine der wirksamsten und gleichzeitig kostengünstig und rasch umsetzbaren Maßnahmen wurden niedrigere Tempolimits genannt.
Sagt nicht Jahrhunderthochwasser, sagt Klimakrise (1. Juni 24)
Ein Artikel in der Zeit Online
Newsletter Natur der Zeitung FALTER
Passend zur EU-Wahl am 9. Juni ein guter Artikel über den Green Deal der EU mit vielen Querverweisen zum weiterlesen.
Baustopp Tunnelspinne - Pressestelle des Landes
Lesen Sie den Text der Presseaussendung und machen Sie sich selber ein Bild.
Zum UVP Verfahren: Für ein Bauvorhaben der Landesregierung haben wir da eine bemerkenswerte Konstellation: Die UVE (Umweltverträglichkeiterklärung) reicht der Bauherr, also das Land Vorarlbeg, Abteilung Straßenbau ein. Die Prüfung macht und den Bescheid erstellt dann auch das Land Vorarlberg. Eine so ungute Konstellation wie die Zuständigkeit eines Landesrates für Wirschaft und für Raumplanung, die dazu führt, dass dann in heiklen Umweltfragen seit Jahrzehnten nach den Interessen der Regierungspartei (der ÖVP) und der Wirtschaft entschieden wird. Und die will wachsen und wachsen und will immer mehr Flächen und Verkehrswege.
Auszug aus dem UVP Bescheid:
Die Vorarlberger Landesregierung erteilt als zuständige UVP-Behörde dem Land Vorarlberg, der Stadt Feldkirch und der Vorarlberger Energienetze GmbH gemäß § 17 Abs. 1, 3, 4 und 6 in Verbindung mit § 24f Abs. 1, § 39 Abs. 1 sowie Anhang 1 Z. 9 lit. h des Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetzes (UVP-G 2000), BGBl. Nr. 697/1993, in der Fassung BGBl. I Nr. 14/2014, die Genehmigung für die Errichtung des Stadttunnels Feldkirch, der Schülbrüderstraße sowie der Errichtung der 110 kV-Erdkabelleitung. Die Genehmigung erfolgt unter Vorbehalt des Erwerbs der für das Vorhaben notwendigen dinglichen Rechte (§ 17 Abs. 1 UVP-G 2000) sowie nach Maßgabe ....
Und genau bei diesen "dinglichen Rechten" hat man schlampig gearbeitet, sie liegen nicht vollständig vor.
Auch eine nur teilweise Lektüre des Bescheides (man findet die 325 Seiten auf der Webseite des Projektes) ist durchaus spannend und wirft viele Fragen auf, so z.B. die Frage, wie denn in der Praxis gehandhabt wird, was da in der Theorie gefordert oder versprochen wird. Nur ein Beispiel: Es heißt z.B. auf Seite 118:
Grob lässt sich die Bauphase 1 chronologisch wie folgt beschreiben:
1. FELSENAU (allg. Vorarbeiten und Fluchtstollen) -
Errichtung der Baustelleneinrichtung Felsenau und der Förderanlage inklusive Brecher, Förderschacht, Förderband, Verladestation, Steinsatz/Dammkörper bei der Ill und Gleisbau für den Abtransport mittels ÖBB;
Das hätte also die erste Maßnahme sein müssen. Eine bisherige Suche nach dieser Förderanlage ist nicht erfolgreich. Dass das Material (fast 400.000 m³ oder 1 Million Tonnen Ausbruchmaterial) klima- und umweltschonend abtransportiert wird, wird in der Stellungnahme der Landesregierung zu unserer Petition natürlich besonders betont. Sagt uns die Wahrheit, erfüllt wenigstens die Auflagen und Verfahrensschritte und schwindelt nicht!
Umfahrungsprojekt Zug und Unterägeri in der Schweiz
Ein ähnliches Projekt wie der Stadttunnel Feldkirch wird im Kanton Zug in der Schweiz ebenfalls heftigt diskutiert. Zwei Tunnels mit einer Länge von knapp 2 km und 1,8 km sollen die Innenstadt von Zug und die Ortsdurchfahrt von Unterägeri entlasten. Eine Beschreibung des Projektes, inkl. Kosten und Zeitplan findet man hier: zentralplus.ch (1)
Einen großen Unterschied gibt es: Die Stadt und der Kanton Zug kann das Projekt aus Budgetüberschüssen finanzieren.
Die Argumente der Gegner - die sich mit unseren Argumenten decken - kann man hier Nachlesen: zentralplus.ch (2)
FALTER Newsletter (24. Mai) zum Verhalten der ÖVP in der Sache Renaturierunsgesetz
Seltsamerweise ist die Ernährungssicherheit für die ÖVP immer dann kein Thema, wenn es um Bodenversiegelung geht oder darum, Landwirtinnen und Landwirte für den Straßenbau zu enteignen.
150.000 Hektar an Äckern und Wiesen wurden in den letzten 30 Jahren aus der Produktion genommen, heißt es von der Österreichischen Hagelversicherung: „Das entspricht der Agrarfläche des gesamten Burgenlandes.” Dazu erwartet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) besonders für den Osten und Südosten Österreichs drastische Ernterückgänge durch die Erderwärmung. Das bedroht die Ernährungssicherheit wirklich. Doch Verhandlungen über eine neue Bodenschutzstrategie sind auch an der ÖVP gescheitert.
Was ist nur los mit dieser Partei? Zitat Hans Rauscher: Es stellt sich hier auf EU-Ebene dieselbe Frage wie auf der kleineren österreichischen Bühne: Begehen die Parteien der Mitte, die gemäßigten Konservativen wie CDU oder ÖVP, Selbstmord aus Angst vor dem Tode, indem sie rechts außen nachgeben?
Urteil des EMGR zur Klimaklage der Klimaseniorinnen in der Schweiz (9. April)
Bisher wurden Klimaklagen, die im wesentlichen dagegen klagen, dass Regierungen zu wenig für den Klimaschutz tun und das mit einem Recht der Menschen auf den Schutz ihrer Gesundheit begründen, bis auf enige Ausnahmen meist aus formalen Gründen abgelehnt. Am 9. April wurde am EMGR (dem Europäischen Menschengerichtshof) über drei solche Klagen entschieden. Zwei wurden abgelehnt, aber die Klage der ca. 2000 Schweizer Klimaseniorinnen war erfolgreich. Es gebe, so der Gerichtshof, ein Recht aus der Menschenrechtskonvention, wonach Vereine im Namen von vom Klimawandel Betroffenen einen besseren Klimaschutz einklagen können. Jura-Professor Gerd Winter: "Bisher konnten nur einzelne Personen klagen. Und das Gericht hat akzeptiert: Klimaschutz ist etwas anderes, Klimawandel betrifft sehr viele und da sollte man die Interessen bündeln können. Aber nur in der Form von Verbänden."
Schweizer Klimaseniorinnen - Bericht in der tagesschau.de - Bericht im Standard - Bericht auf SRF
Auf jeden Fall ein Urteil, das auch andere Gerichte in ihrer Urteilsfindung berücksichtigen werden müssen und zu weiteren Klagen motiviert.
Klimaklage gegen Vorarlberger Landesregierung
Andreas Postner von TRANSFORM will diese Entscheidung z.B. nutzen und überlegt eine Klage gegen die Vorarlbeger Landesregierung. Darüber berichtet die VN am 11. April:
Wir wollen erreichen, dass man die wahnwitzigen Verkehrsprojekte im Land stoppt. Damit meinen wir explizit die Tunnelspinne und die S 18", betont Postner. Die Plattform möchte sich dabei auf mehrere Beschlüsse beziehen. So hat der Vorarlberger Landtag unter anderem den Klimanotstand ausgerufen. Postner ärgert sich: „Der Beschluss ist ohne Konsequenzen geblieben. Wir werden uns jetzt ganz genau anschauen, was wir tun können, und bereiten die Klage vor." Vielleicht landet die S 18 also früher vor Gericht als gedacht. „Wir wollen erreichen, dass man die wahnwitzigen Verkehrsprojekte im Land stoppt."
Februar 2024 - Der Standard und Dez. 2023 im ORF
Zwei Interviews mit Hans Joachim Schellnhuber: https://www.derstandard.at/story/3000000204635/klimaforscher-schellnhuber-werden-auch-ueber-das-zwei-grad-ziel-hinausschiessen
Hans Joachim Schellnhuber (73) wurde im Landkreis Passau geboren, studierte Physik in Regensburg und befasste sich nach US-Aufenthalten seit den 1980er-Jahren vor allem mit Analysen komplexer Systeme insbesondere im Zusammenhang mit dem Klima. Nach einer Professur an der Uni Oldenburg wurde er 1992 Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, das er 26 Jahre lang leitete. Er ist einer der einflussreichsten Klimawissenschafter weltweit, der mit seinen Forschungen wesentliche Impulse setzte – etwa durch die Mitformulierung der Zwei-Grad-Grenze oder das Konzept der Kippelemente. Für seine bahnbrechenden Arbeiten wurde Schellnhuber mit zahlreichen hohen Ehrungen rund um den Globus gewürdigt.
Das Interview mit Martin Thür anlässlich der Klimakonferenz COOP28 in Dubai in der ZIB 2 auf youtube zum nachhören/sehen.