Lösungen und Lösungsvorschläge!

▼ Fußwege - Durchwegung

Am 27. April ist der Tag des Zu-Fuß-Gehens. Durchwegung ist ein raumplanerisches Instrument, das mit öffentlichen Wegeverbindungen (oft für Fußgänger und Radfahrer) möglichst kurze Verbindungen zwischen A und B schafft. Einen Tag davor war ich in Balgach in der Schweiz unterwegs, und Wochen und Monate davor viele Tage quer durch Österreich und auch in der Schweiz. Die Unterschiede, die man da erlebt, sind groß. Und es zeigt sich, dass die alten Fußwege in den Dörfern für diese kurzen Verbindungen das gesorgt haben. Leider gehen immer mehr dieser Verbindungen, die oft auf einem Gewohnheitsrecht beruhen, verloren. Weil man sie im Laufe der Jahre vergessen hat, nicht mehr benutzt hat, oder Grundbesitzer die Verbindung sperren, unkenntlich machen und das dann akzeptiert wird. Die Stadt Dornbirn lädt derzeit mit einer Ideenplattform für Fuß- und Radverkehr dazu ein, Verbesserungen anzuregen.

Stadt Dornbirn, Ideenplattform.

▼ Öffentlicher Verkehr (ÖPNV)

Jetzt, im Frühjahr 2026 wird wegen der kriegsbedingten Energie-Transport-Krise wieder über den ÖPNV geredet. Als Alternative zum motorisierten Individualverkehr (MIV). In Vorarlberg eine echte Alternative, aber auch in NÖ habe ich zuletzt gute Erfahrungen mit dem ÖPNV gemacht. Die Züge sind gut besetzt, die Buslinien in den Hauptverkehrszeiten füllen die Schüler:Innen und Menschen, die sich kein Auto leisten können. Als Verkehrsmittel, das man auch trotz einem Auto zu Hause verwendet, konnte der ÖPNV in den letzten Jahren keine Zuwächse verzeichnen. Zu den Vorteilen für die Gesundheit wegen dem Fußweg zur Haltestelle, einer Entschleunigung des Lebens, jetzt eben auch noch die Möglichkeit, Geld für den Sprit zu sparen. Denn die Jahreskarte fürs ganze Land mit Preisen von € 448,- / 314,- / 229,- ist bei genauerer Betrachtung noch immer günstig (VMOBIL Tariftabelle). Ein Vergleich: Das VN Abo kostet im Normalpreis knapp 720 € / Jahr.

Bedarfsverkehr

Ob eine Intervention/Anregung von uns der Grund war, wissen wir nicht. Aber für die Angebote im Bedarfsverkehr gibt es jetzt für die Buchung auch eine landesweit einheitliche webbasierte Lösung: Fahrt Buchen. Den YOYO Bus kann man leider weder per Telefon noch über die Webseite buchen, sondern nur über die App VMOBIL-On, die man auf älteren Smartphones nicht installieren kann. Das halten wir für einen schweren Fehler. Links:

Ein Problem wird hier auch sichtbar: In Vorarlberg kocht trotz dem Dach VMOBIL jeder Verkehrsverbund auch sein eigenes Süppchen. Aber immerhin hat man sich für eine Buchungsvariante auf eine gemeinsame App bzw. Webseite geeinigt.

Bedarfsverkehr wird bald nicht als zusätzliches Angebot, sondern als Ersatz für schlecht genutzten Linienverkehr dienen, denn auch die Verkehrsverbünde müssen derzeit über Einsparungen nachdenken. Das wird nicht ohne eine Reduktion des Angebotes gehen. Und die außerhalb der Hauptverkehrszeit schwach besetzten Busse sind ein eingebrachtes Argument. So nach dem Motto: Ja, wenn unser gutes Angebot nicht angenommen wird, dann seid ihr selber schuld. Aber es trifft dann halt die Falschen. Wichtiger wäre, und darüber wird hier auch an anderer Stelle geschrieben, die Push-Faktoren zu aktivieren. Und das wäre vor allem die Bewirtschaftung und Verknappung von Parkplätzen. Dafür fehlt der Politik außerhalb der Städte noch immer der Mut. Für Tempolimits unterhalb von 50 km/h auf Landesstraßen leider auch. Da blockieren die Bezirkshauptmannschaften.

Nachtrag: Noch am Tag der Entstehung dieses Beitrags wurde im Mittagsjournal über Erfolge und Rückschläge im Angebot des ÖPNV berichtet. Und auch der Standard hat dem Thema einen Artikel gewidmet: Mikro-Öffis am Land...
Der TU-Verkehrsexperte Embacher in dem Artikel: Doch der öffentliche Verkehr muss nicht nur gefördert werden, es brauche auch Begleitmaßnahmen, sagt Emberger. Pkw-Abstellplätze im öffentlichen Raum seien generell zu vermeiden und wenn, dann nicht versiegelt auszuführen und zu bewirtschaften. "Ein Gratis-Parkplatz im öffentlichen Raum ist kein Menschenrecht." Die Politik müsse zudem kontraproduktive Subventionen wie das Dieselprivileg, Firmenautos und die Pendlerpauschale abschaffen, meint der TU-Verkehrsexperte. Statt durch eine Spritpreisbremse weniger Steuern einzunehmen, sollten Geschwindigkeitsbeschränkungen eingeführt werden, sagt Embacher. Denn der Verkehrssektor mache in Österreich rund ein Drittel der Emissionen aus und ist damit nach Energie und Industrie der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Um Klimaschutz sicherzustellen, brauche es einen Umstieg auf Öffis und aktive Mobilität, betont der Verkehrsexperte.

▼ Elektrifizierung von Schleppern in Afrika

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Seit 1999 fördert der Verein "Eine WeltGruppe Schlins | Röns" integrierte ländliche Entwicklungsprojekte in Tansania. 2012 haben sie vor Ort für die Erreichung der Ziele die NGO "RDO-Tanzania" (Rural Development Organization) gegründet. Beim Mobility Projekt geht es darum, Diesel-/Benzin betriebende Fahrzeuge zu vermeiden oder durch Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu ersetzen. Es muss ja nicht sein, dass man heute in einem Land in der Phase der Motorisierung den gleichen Fehler nochmals macht und eben NICHT auf die fossilen Antriebe setzt. Natürlich muss man auch die Service- und Ladeinfrastruktur dafür schaffen.
RDO: „In vielen Städten Ostafrikas gibt es bereits Flotten von E-Motorrädern und E-Tuktuks. Bisher sind aber alle Vorhaben gescheitert, batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge auf den schlechten und steilen Straßen in den ländlichen Gebieten Tansanias einzusetzen. Trotz ökonomischer und ökologischer Vorteile."
Diese Aufgenstellung landete über Kontakte an der FH Vorarlberg: Drei Studenten der Mechatronik haben an der FH als Pilotprojekt einen Schlepper mit Benzinmotor erfolgreich auf einen Elektro-Schlepper umgebaut und mit robuster Elektronik und Sicherheitseinrichtung ausgestattet. Das zweite Exemplar wurde dann bereits vor Ort in Tansania aufgebaut, getestet und verwendet. Die Firma REB.Systems für eine Serienproduktion in Tansania ist bereits gegründet.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:
Eine Welt Gruppe Schlins | Röns
Projektbericht der Studenten an der FH Vorarlberg
REB.Systems

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